Sprüche über Besitz
707 Sprüche — Seite 32
Was jemand besitzt, sagt nicht automatisch etwas darüber aus, was ihn innerlich trägt. Besitz kann Sicherheit geben, Gewohnheiten ordnen und Wünsche befriedigen, doch er wirft immer auch die Frage auf, ob der Mensch Dinge hat oder längst von ihnen bestimmt wird. Deshalb ist dieses Thema von stiller philosophischer Schärfe.
Sein eigentliches Gewicht liegt im Verhältnis zwischen Haben und Genügen. Die Sprüche zu diesem Thema fragen danach, wie viel Eigentum Freiheit schafft, wo Abhängigkeit beginnt und warum nicht selten das, was man festhalten will, allmählich selbst Besitz über den Menschen gewinnt.
Fried und ein neugebautes Haus sind nimmer zu teuer
Horoskope liest, wer nicht hat, was er braucht. Die Horoskope bringen's nicht.
— Else Pannek
Ein Reicher ohne Freigebigkeit ist ein Baum, der weder Früchte noch Schatten gibt.
— Christian Friedrich Wilhelm Jacobs
Jedermann beklagt sich über die äußerste Teurung und fährt doch fort, Geld auszugeben und den Luxus zu vermehren, über den er sich beschwert.
— Johann Wolfgang von Goethe
Mit Geld kann man einen guten Hund kaufen, aber es wird nicht das Wedeln des Schwanzes erworben.
— Joseph Billings
Reich ist, wer viel hat. Reicher ist, wer wenig braucht. Am reichsten ist, wer viel geben kann.
— Gerhard Tersteegen
Gerechtigkeit ist die Versicherung, die auf unserem Leben und auf dem Vermögen ruht. Gehorsam ist die Prämie, die wir dafür bezahlen.
— William Penn
Den Geist? Als ob es Weiber gäbe, die ihn liebten. Schöne Gestalt gefällt ihnen und Reichtum.
— Ulrich von Hutten
Gefragt, was auf Erden das Seltenste sei, antwortet einer: was allen gehört, der gemeine Verstand.
— Giacomo Leopardi
Freunde haben. Es ist ein zweites Dasein. Jeder Freund ist gut und weise für den Freund, und unter ihnen geht alles gut ab.
— Baltasar Gracián y Morales
Gegenseitige Hilfe macht selbst arme Leute reich
Es wird sehr oft vergessen, dass es weit schwerer ist, zu erhalten und zu verwalten, als zu erobern.
— Karl Robert Eduard von Hartmann
Nicht die Blumen und Bäume, nur der Garten ist dein Eigentum
Hör auf, dein Geld zu zählen. Gib den Armen, und du wirst reich
Hoffnung ist das einzige Gut, das allen Menschen gemein ist; selbst diejenigen, die nichts besitzen, besitzen noch Hoffnung.
— Thales von Milet
Das köstlichste Gut, das ein vernünftiger Mensch besitzt, ist seine freie Zeit
— Carl Friedrich Paul Ernst
Dem Vogel ein Nest, der Spinne ein Netz, dem Menschen - Freundschaft
— William Blake
Reichtümer sind nicht das Ziel des Lebens, sondern ein Mittel zum Leben.
— Henry Ward Beecher
Die Kunst, reich zu werden, ist im Grunde nichts anderes, als die Kunst, sich des Eigentums anderer Leute mit ihrem guten Willen zu bemächtigen.
— Christoph Martin Wieland
Wenn das Leben vollendet ist, gehen wir mit leeren Händen fort.