548 Sprüche — Seite 7
Was jemand besitzt, sagt nicht automatisch etwas darüber aus, was ihn innerlich trägt. Besitz kann Sicherheit geben, Gewohnheiten ordnen und Wünsche befriedigen, doch er wirft immer auch die Frage auf, ob der Mensch Dinge hat oder längst von ihnen bestimmt wird. Deshalb ist dieses Thema von stiller philosophischer Schärfe.
Sein eigentliches Gewicht liegt im Verhältnis zwischen Haben und Genügen. Die Sprüche zu diesem Thema fragen danach, wie viel Eigentum Freiheit schafft, wo Abhängigkeit beginnt und warum nicht selten das, was man festhalten will, allmählich selbst Besitz über den Menschen gewinnt.
Eifersucht ist in gewisser Hinsicht gerecht und vernünftig, da sie nur den Besitz wahren will, der unser ist oder zu sein scheint, Neid dagegen ist Eifern über den Besitz anderer.
— François de la Rochefoucauld
Wir denken selten an das, was wir haben, aber immer an das, was uns fehlt.
— Arthur Schopenhauer
Sei besorgt um deinen Namen, denn er begleitet dich treuer als tausend goldene Schätze.
Frauen würden noch reizender sein, wenn man Ihnen in Ihre Arme fallen könnte, ohne in Ihre Hände zu fallen
— Ambrose Bierce
Nicht die Blumen und Bäume, nur der Garten ist dein Eigentum
Unter allen Besitzungen der Erde ist die, ein Herz zu haben, die kostbarste.
— Johann Wolfgang von Goethe
Ein Tröpflein Liebe ist mehr wert als ein ganzer Sack voll Gold.
— Friedrich von Bodelschwingh
Das Geld wird abgeschafft. Ich kenn´ schon einen, der nichts mehr hat.
— Karl Marx
Um zufrieden zu sein, das heisst über der Not zu stehen, kommt es nicht darauf an, was man hat, sondern darauf, was man ist.
— Jeremias Gotthelf
Wenn du einen einzigen echten Freund hast, hast du mehr als deinen Anteil
— Thomas Fuller
Glücklich sind die Menschen, wenn sie haben, was gut für sie ist.
— Sokrates
Der Schmerz ist ein Eigentum, wie das Glück und die Freude.
— Christian Friedrich Hebbel
Nicht der Besitz an materiellen Gütern erhellt die Kinderjahre, sondern die Liebe und Gemütsverfassung der Eltern.
— Rudolf von Tavel
Wir geben dem Hund das, was übrig bleibt an Zeit, Raum und Liebe, doch der Hund gibt uns alles, was er hat
Des Geizigen Zähne sind durch Habgier zusammengefroren.
Etwas muß er sein Eigen nennen, oder der Mensch wird morden und brennen.
— Friedrich von Schiller
Im Leben ist es besser, zu wollen, was man nicht hat, als zu haben, was man nicht will.
— Jonathan Swift
Der ärmste Mensch, den ich kenne, ist der, der nichts hat außer Geld.
— John D. Rockefeller
Wahrer Reichtum ist nur der innere Reichtum der Seele.
— Lukian
Geld verdienen ist schon schwer, Geld erhalten noch viel mehr
— Wilhelm Busch