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Sprüche über Besitz

707 Sprüche — Seite 26

Was jemand besitzt, sagt nicht automatisch etwas darüber aus, was ihn innerlich trägt. Besitz kann Sicherheit geben, Gewohnheiten ordnen und Wünsche befriedigen, doch er wirft immer auch die Frage auf, ob der Mensch Dinge hat oder längst von ihnen bestimmt wird. Deshalb ist dieses Thema von stiller philosophischer Schärfe.

Sein eigentliches Gewicht liegt im Verhältnis zwischen Haben und Genügen. Die Sprüche zu diesem Thema fragen danach, wie viel Eigentum Freiheit schafft, wo Abhängigkeit beginnt und warum nicht selten das, was man festhalten will, allmählich selbst Besitz über den Menschen gewinnt.

  1. Es ist nicht alles Gold, was da gleißt.

  2. Wenn Gold redet, schweigt alle Welt.

  3. Ein Quentlein Gold wiegt mehr als ein Zentner Recht.

  4. Wo man mit goldenen Büchsen schießt, da hat das Recht sein Schloß verloren.

  5. Hat mir's Gott beschert, so nimmt mir's St. Peter nicht.

  6. Ist die Henne mein, so gehören mir auch die Eier.

  7. Viel Kreuzer machen den Gulden.

  8. Dem die Kuh gehört, der fasst sie bei den Hörnern.

  9. Was dir nicht gehört, das streift eine Maus mit dem Schwanz weg.

  10. Mein Pfennig ist deines Pfennigs Bruder.

  11. Der gestohlene Pfennig gilt so viel als ein anderer.

  12. Ein ersparter Pfennig ist so gut wie der erworbene.

  13. Ein ersparter Pfennig ist zweimal verdient.

  14. Wer den Pfennig nicht achtet, wird keines Gulden Herr.

  15. Mit dem Pfennig fängt man an zu spielen.

  16. Ein ungerechter Pfennig frißt zehn andere.

  17. Böser Pfennig kommt allzeit wieder.

  18. Es ist ein böser Pfennig, der einen Gulden schadet.

  19. Es ist ein guter Pfennig, der einen Gulden erspart.

  20. Mancher sucht einen Pfennig und verbrennt ein Dreierlicht.