Sprüche über Besitz
707 Sprüche — Seite 17
Was jemand besitzt, sagt nicht automatisch etwas darüber aus, was ihn innerlich trägt. Besitz kann Sicherheit geben, Gewohnheiten ordnen und Wünsche befriedigen, doch er wirft immer auch die Frage auf, ob der Mensch Dinge hat oder längst von ihnen bestimmt wird. Deshalb ist dieses Thema von stiller philosophischer Schärfe.
Sein eigentliches Gewicht liegt im Verhältnis zwischen Haben und Genügen. Die Sprüche zu diesem Thema fragen danach, wie viel Eigentum Freiheit schafft, wo Abhängigkeit beginnt und warum nicht selten das, was man festhalten will, allmählich selbst Besitz über den Menschen gewinnt.
Vielleicht wird der Himmel den Laien gehören, aber diese Welt gehört ganz bestimmt den Klerikern.
— George Moore
Die Kunst gehört keinem Lande an, sie stammt vom Himmel
— Michelangelo
Kinder hast du nicht, du bekommst sie nur für eine gewisse Zeit geborgt. Und diese Zeit kann sehr lang werden
— Pearl S. Buck
Wie wenig irdischen Besitz man auch hat, der Mensch soll doch nicht mit seinem Herzen an ihm hängen.
— Mechthild von Magdeburg
Gott hat mir's gegeben, und der Teufel soll es mir nicht nehmen.
Ein Bücherschatz ist wie ein geistiger Baum, der Bestand hat und seine köstlichen Früchte spendet von Jahr zu Jahr, von Geschlecht zu Geschlecht.
— Thomas Carlyle
Der Großvater kauft, der Vater baut, der Sohn verkauft, der Enkel geht betteln.
Erinnerung, Sehnsucht, Hoffnung sind die Begleiter der ersten Frühlingsboten, und Sehnsucht beglückt oft mehr als Besitz.
— Karl Ferdinand Gutzkow
Das Verhängnis unserer Kultur ist, dass sie sich materiell viel stärker entwickelt hat als geistig.
— Albert Schweitzer
Schöner als der vollste Besitz ist die Erwartung des Glücks.
— Franz Emanuel August Geibel
Wer unaufhörlich gibt, wird unaufhörlich haben.
— Rudyard Kipling
Hüte dich, alles, was du besitzest, als dein Eigentum zu betrachten!
— Benjamin Franklin
Die kluge Frau wünscht sich immer ein bißchen mehr als ihr Mann ihr bieten kann, aber niemals so viel, dass er entmutigt wird.
— Sarah Bernhardt
Die Güter der Welt gleiten uns durch die Finger wie der Sand der Dünen.
— Antoine de Saint-Exupéry
Mit dem Reichtum fertig zu werden ist auch ein Problem.
— Ludwig Erhard
Doch wenn ich arm bin, habe ich nur meine Träume. Die Träume breite ich aus vor deinen Füßen. Tritt leicht darauf du trittst auf meine Träume.
— William Butler Yeats
Wer Diebe fasst, soll auch die Beute fassen. Wer Ehebrecher fasst, soll immer beide fassen
Wer den Palast des Sultans sieht, zerstört seine Hütte.
Geld im Beutel kommt nie aus der Mode.
— Thomas Fuller
Gold ist eine Kostbarkeit. Jedem, der es besitzt, erfüllt es alle Wünsche dieser Welt und verhilft den Seelen ins Paradies
— Christopher Columbus