806 Sprüche — Seite 20
In keinem anderen Bereich wird so viel vom eigenen Wesen sichtbar wie im Umgang mit anderen Menschen. Beziehungen enthüllen, was allein verborgen bleibt: Geduld und Jähzorn, Großzügigkeit und Kleinlichkeit, die Fähigkeit zur Bindung und die Neigung zum Rückzug. Deshalb ist das Miteinander eine der aufschlussreichsten Schulen des Lebens.
Was Menschen füreinander bedeuten können, erschließt sich nie vollständig im ersten Blick. Die Sprüche zu diesem Thema beleuchten das vielschichtige Wesen menschlicher Begegnung: die Nähe, die trägt, den Widerstand, der reift, und jenes stille Erstaunen, das entsteht, wenn ein anderer einem das zeigt, was man allein nicht sehen konnte.
Ehrgeiz ist nur eine besondere Form der allgemeinen Menschensehnsucht nach Glück.
— Paul Johann Ludwig von Heyse
Gewöhnlich erlebt der Mensch am andern Menschen nur die chinesische Mauer seines eigenen Ich's.
— Ferdinand Ebner
Die Arbeit ist die erste Grundbedingung allen menschlichen Lebens, und zwar in einen solchen Grade, dass wir in gewissem Sinn sagen müssen: sie hat den Menschen selbst geschaffen.
— Friedrich Engels
Wir kennen jeden, nur uns selbst kaum.
— Hugo Ball
Alles was die Menschen in Bewegung setzt, muss durch ihren Kopf hindurch, aber welche Gestalt es in diesem Kopf annimmt, hängt sehr von den Umständen ab.
— Friedrich Engels
Mancher hat ein trautes Heim - mancher traut sich gar nicht heim!
Alle Klüfte, die zwischen Menschen entstehen können, kommen von der Unaufrichtigkeit zwischen ihnen
— Anton Wildgans
Jedermann hat sich zu bemühen, sich den Menschen anzupassen.
— Thomas Hobbes
Finanzleute sind langweilige Menschen. Sie sehen Pläne mit einen einzigen Gedanken an: Wieviel Geld kann man dabei herausschlagen?
— John Knittel
Klug sein hat noch nie einen Menschen an Dummheiten gehindert.
— Stefan Zweig
Danken heißt, sich vor Gott hinsetzen und sich freuen
Geschichten sind Speisen für das Ohr
Uns selbst anzulügen ist tiefer in uns drin als andere anzulügen
— Fjodor M. Dostojewski
Das vollkommene Glück ist unbekannt; für den Menschen ist es nicht geschaffen.
— Voltaire
Der Wille nämlich ist es, der dem Menschen Leiden verursacht.
— Katharina von Siena
Man bekommt den Korb mit Reden nicht voll.
Lästere nicht über diejenigen, die ins Dickicht eindringen; jedenfalls schlagen sie uns einen Pfad.
Liebe mag für primitive Naturen ein körperliches Bedürfnis darstellen. Geistigen Menschen bedeutet sie das fesselndste Erlebnis der ganzen Schöpfung.
— Honoré de Balzac
Kleine Hunde und kleine Menschen tragen die Nase hoch.
Die Zeit bekehrt mehr Menschen als die Vernunft.
— Thomas Paine