806 Sprüche — Seite 59
Kein Thema ist zugleich so alltäglich und so unergründlich wie das der Menschen. In Begegnungen, Konflikten, Bindungen und Missverständnissen zeigt sich, wie sehr das Leben von Nähe, Abhängigkeit und Verschiedenheit geprägt ist. Wer über Menschen nachdenkt, blickt immer auch auf sich selbst zurück.
Im Miteinander treten nicht nur Charakter und Absicht hervor, sondern auch Verletzbarkeit, Sehnsucht und Widerspruch. Die Sprüche zu diesem Thema bündeln Beobachtungen über das menschliche Zusammenleben und verleihen jener Mischung aus Wärme, Irritation und Erkenntnis eine präzise und oft überraschende Sprache.
Menschen sind schwimmende Töpfe, die sich aneinander stoßen.
— Johann Peter Eckermann
Geistreiche Menschen wären oft einsam ohne die Flachköpfe, die stolz auf sie sind
— Marquis de Vauvenargues
Das Geschenk eines bösen Menschen bringt kein Glück.
— Menander
Man muss die Menschen reden lassen, denn die Fische können es nicht
Die Menschen sind so und wollen so sein… Du wirst sie nicht ändern! Sie jammern und klagen und sind an allem nur selber schuld mit ihrer freudlosen Ungeduld.
— Cäsar Flaischlen
Wer mit den Menschen auskommen will, darf nicht zu genau hinsehen.
— Otto Flake
Willst du einen Menschen kennen, schau nicht auf seinen Mund, sondern auf seine Hände!
— Wladimir Iljitsch Lenin
Eine seltsamere Ware als Bücher gibt es wohl schwerlich in der Welt. Von Leuten gedruckt, die sie nicht verstehen; von Leuten verkauft, die sie nicht verstehen; gebunden, rezensiert und gelesen v …
— Georg Christoph Lichtenberg
Wenn die Menschen warten müssen, zählen sie die Fehler derer, die sie warten lassen.
Liebe Leute, wenn ihr wüsstet, welche Wunder Liebe tut, mancher Mensch wär' manchem Menschen schon sich selbst zuliebe gut.
Ist es nicht sonderbar, dass die Menschen so gerne für die Religion fechten und so ungerne nach ihren Vorschriften leben?
— Georg Christoph Lichtenberg
Der Mann analysiert den Menschen, die Frau wittert ihn.
— Carl Ludwig Schleich
Wir wollen bei uns die Menschen sammeln, die nicht etwas werden wollen, sondern die etwas sein wollen, nämlich sie selbst, Menschen eigenen Wuchses und eigener Verantwortung
— Theodor Heuss
Vertrau auf die Menschen und brich nicht den Stab, wenn sie auch Böses verschuldet. Du weißt nicht, was das Leben ihnen zu tragen gab und was sie im Stillen erduldet. Doch kannst du ihr Handeln au …
Man soll nie das Wohl, man soll das Heil eines Menschen im Auge haben
— Christian Morgenstern
Das ist die große Stille, die über Stürmen siegt, dass eines Menschen Wille in Gottes Willen liegt.
— Eduard Mörike
Hunde glauben sie sind Menschen und Katzen glauben sie sind Gott.
Wer einem Menschen die Hoffnung nimmt, nimmt einem Lahmen die Krücken
Es gibt Zärtlichkeiten, die ehrliche Menschen abweisend und vorsichtige ängstlich machen.
— Niccolò Tommaseo
Die größten Menschen sind bescheiden.
— Auguste Renoir