806 Sprüche — Seite 44
Kein Thema ist zugleich so alltäglich und so unergründlich wie das der Menschen. In Begegnungen, Konflikten, Bindungen und Missverständnissen zeigt sich, wie sehr das Leben von Nähe, Abhängigkeit und Verschiedenheit geprägt ist. Wer über Menschen nachdenkt, blickt immer auch auf sich selbst zurück.
Im Miteinander treten nicht nur Charakter und Absicht hervor, sondern auch Verletzbarkeit, Sehnsucht und Widerspruch. Die Sprüche zu diesem Thema bündeln Beobachtungen über das menschliche Zusammenleben und verleihen jener Mischung aus Wärme, Irritation und Erkenntnis eine präzise und oft überraschende Sprache.
Verwandte sind selten mehr als Bekannte.
— August von Kotzebue
Achtsamkeit ist eine Form der fördernden Liebe
Fliegen lernt, wer aus allen Wolken fällt
An schmutzigen Händen bleibt viel hängen
Andere Zeiten, andere Sitten
An den Scherben erkennt man den Topf
Mit jedem Menschen ist etwas Neues in die Welt gesetzt, was es noch nicht gegeben hat, etwas Erstes, Einziges.
— Martin Buber
Kein Mensch taugt ohne Freude.
— Friedrich der Große
Selbsterkenntnis gibt dem Menschen das meiste Gute, Selbsttäuschung aber das meiste Übel.
— Sokrates
Man verliebt sich oft nur in einen Zustand des anderen, in seine Heiterkeit oder in seine Schwermut. Schwindet dieser Zustand dann, so ist damit auch der feine besondere Reiz jenes Menschen geschwu …
— Christian Morgenstern
Kummer lässt sich allein tragen. Für das Glück sind zwei Menschen erforderlich.
— Elbert Green Hubbard
Ich kann mir nicht vorstellen, dass es einen Menschen gibt, der nicht immer neue Bedürfnisse hat.
— Ludwig Erhard
Das gemeinsame Glück zweier Menschen ist nichts anderes als zwei kleine, nebeneinander geritzte Striche in die Unendlichkeit.
— Robert Musil
Als Gott den Menschen erschuf, war er bereits müde, das erklärt manches.
— Mark Twain
Ein Mensch wie ich pfeift auf das Leben einer Million Menschen.
— Napoleon
Opportunisten segeln mit dem Wind, den andere machen.
Lieber voll heimkommen als leer ausgehen
Es gibt zwei Arten zu reisen: erster Klasse oder mit Kindern.
Je zwölfer der Mittag, desto knurrer der Magen.
Viel Gelächter stiftet Unfrieden.