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Sprüche über Menschen

1311 Sprüche — Seite 64

In keinem anderen Bereich wird so viel vom eigenen Wesen sichtbar wie im Umgang mit anderen Menschen. Beziehungen enthüllen, was allein verborgen bleibt: Geduld und Jähzorn, Großzügigkeit und Kleinlichkeit, die Fähigkeit zur Bindung und die Neigung zum Rückzug. Deshalb ist das Miteinander eine der aufschlussreichsten Schulen des Lebens.

Was Menschen füreinander bedeuten können, erschließt sich nie vollständig im ersten Blick. Die Sprüche zu diesem Thema beleuchten das vielschichtige Wesen menschlicher Begegnung: die Nähe, die trägt, den Widerstand, der reift, und jenes stille Erstaunen, das entsteht, wenn ein anderer einem das zeigt, was man allein nicht sehen konnte.

  1. Ist es nicht merkwürdig, dass man dem Menschen fast immer am Gesicht anmerkt, wie sein Magen aussieht?

    Jakob Bosshart

  2. Die klugen Menschen denken mit dem Geist, die Weisen mit der Seele.

    Hermann Stehr

  3. Mit dem Menschen ist es wie mit dem Baum: er wächst von innen her und verdorrt auch so.

    Hermann Stehr

  4. Auf irgendeine Weise sind alle Menschen Krüppel

    Hermann Stehr

  5. Wer ein Ei stiehlt, stiehlt auch ein Kamel

  6. Nichts ist für den Menschen als Menschen etwas wert, was er nicht mit Leidenschaft tun kann.

    Max Weber

  7. Es gibt ebensoviele Mittelpunkte der Welt, als es Menschen gibt.

    Otto Weiss

  8. Arme Menschen gibt's, die nichts – nichts! – besitzen als ihren Reichtum.

    Otto Weiss

  9. Alle Menschen sind Verkäufer – alle Menschen sind Kunden.

    Otto Weiss

  10. Wer den Menschen vertraut, macht weniger Fehler als derjenige, der ihnen misstraut.

    Camillo Benso Graf von Cavour

  11. Lieber Sohn eines Armen als Sklave eines Reichen.

  12. Das schlimmste Glied, das Menschen tragen, ist die Zunge, hör' ich sagen.

    Bernhard Freidank

  13. Der unbedingte Unglaube im Punkte der Religion widerspricht dem natürlichen Gefühl des Menschen und versetzt seine Seele in einen trostlosen Zustand.

    Charles Alexis Henri Clérel de Tocqueville

  14. Wer die Menschen wahrhaft kennt, der wird auf niemanden unbedingt bauen, aber auch niemanden vollständig aufgeben.

    Joszef Freiherr von Eötvös

  15. Wer aus allen Wolken fällt, bringt den Engeln Erleichterung

  16. Je höher der Mensch steigt, desto mehr sollte er, wie die Sonne, nicht nur glänzen, sondern auch wärmen.

    Theodor Toeche-Mittler

  17. Überall, wo die Menschen eingeteilt werden in gute und böse, hat man die Menschen nicht verstanden.

    Heinrich Lhotzky

  18. Es gibt kaum ein besseres Erkennungszeichen für Menschen als ihr Verhalten zu Kindern.

    Heinrich Lhotzky

  19. Menschen zu helfen, ist doch der einzige Gottesdienst, den es gibt. Mit nichts kann der Mensch sonst Gott einen Dienst erweisen. Aber damit kann er's wirklich. Damit allein.

    Heinrich Lhotzky

  20. Vergebung muss immer da sein. Aber von Vergebung darf man erst reden, wenn die Menschen sich danach sehnen.

    Heinrich Lhotzky