806 Sprüche — Seite 53
Kein Thema ist zugleich so alltäglich und so unergründlich wie das der Menschen. In Begegnungen, Konflikten, Bindungen und Missverständnissen zeigt sich, wie sehr das Leben von Nähe, Abhängigkeit und Verschiedenheit geprägt ist. Wer über Menschen nachdenkt, blickt immer auch auf sich selbst zurück.
Im Miteinander treten nicht nur Charakter und Absicht hervor, sondern auch Verletzbarkeit, Sehnsucht und Widerspruch. Die Sprüche zu diesem Thema bündeln Beobachtungen über das menschliche Zusammenleben und verleihen jener Mischung aus Wärme, Irritation und Erkenntnis eine präzise und oft überraschende Sprache.
Viele Männer wären gern verheiratet, nur nicht vierundzwanzig Stunden täglich
Lieber Hydrokultur als gar keine Bildung!
Man kann auch aus Wind einen Vorgang machen
Eine Frau, die sich entblaettert, muss nicht unbedingt im Herbst des Lebens stehen.
Gott hat warscheinlich etwas mit Elektrizität zu tun: sonst gäbe es wohl keine Herzschrittmacher.
Wir sollten öfter lachen, wenn Leute alles und sich selbst so wichtig nehmen und machen.
Menschen sind wir Rechenschaft schuldig nach dem Gesetz, aber Gott nach dem Herzen.
— Adolph Kolping
Man muss die Menschen bei ihrer Geburt beweinen, nicht bei ihrem Tode.
— Blaise Pascal
Als wir noch dünner waren, standen wir uns näher.
Kein Wunder, dass die Erde schlappmacht, wenn sie sich das ganze Jahr so abhetzt und um die Sonne rumrennt.
Wer andern eine Grube gräbt, fällt selbst hinein
Jedes Kind bringt die Botschaft mit auf die Welt, dass Gott sich von den Menschen noch nicht hat entmutigen lassen.
— Rabindranath Tagore
Wer nach allen Seiten immer nur lächelt, bekommt nichts als Falten im Gesicht.
Was nennen die Menschen am liebsten dumm? Das Gescheite, das sie nicht verstehen.
— Marie von Ebner-Eschenbach
In den großen Städten laufen die Leute einander nach; sie holen einander selten ein
— Gerhart Johann Robert Hauptmann
Von gemeinen Menschen, von Leuten ohne Erziehung, halte dich in kalter, obgleich nicht stolzer Entfernung; denn, wie ein morgenländischer Spruch sagt, Kälte bändigt den Schlamm, damit er den Fuß nicht …
— August von Platen
Seit man geboren ist, ist man seines Lebens nicht mehr sicher.
Eine Null kann bestehende Probleme verzehnfachen.
Welch wunderbares Geheimnis ist der Eintritt eines neuen Menschen in die Welt.
— Leo Tolstoi
Außer dir gibt es noch andere Menschen, so wie es über dem Himmel noch andere Himmel gibt