806 Sprüche — Seite 26
In keinem anderen Bereich wird so viel vom eigenen Wesen sichtbar wie im Umgang mit anderen Menschen. Beziehungen enthüllen, was allein verborgen bleibt: Geduld und Jähzorn, Großzügigkeit und Kleinlichkeit, die Fähigkeit zur Bindung und die Neigung zum Rückzug. Deshalb ist das Miteinander eine der aufschlussreichsten Schulen des Lebens.
Was Menschen füreinander bedeuten können, erschließt sich nie vollständig im ersten Blick. Die Sprüche zu diesem Thema beleuchten das vielschichtige Wesen menschlicher Begegnung: die Nähe, die trägt, den Widerstand, der reift, und jenes stille Erstaunen, das entsteht, wenn ein anderer einem das zeigt, was man allein nicht sehen konnte.
Die beste Beschreibung des Menschen ist meiner Ansicht nach: der undankbare Zweifüßler.
— Fjodor M. Dostojewski
All unser Übel kommt daher, dass wir nicht allein sein können.
— Arthur Schopenhauer
Vor dem Schießen kommt das Zielen.
Wer ist ein Snob? Jemand, der sich die Petersilie mit Fleurop schicken lässt.
Ein Kritiker ist ein Mensch, der den Weg weiß, aber nicht Auto fahren kann
Meine Absicht ist es, die Menschen von den falschen Vorstellungen zu befreien, die ihnen Gott als einen absoluten Herrscher darstellen, despotisch Macht ausübend, wenig geeignet und wenig wert, gelieb …
— Gottfried Wilhelm Leibniz
Glauben heißt: durch den Horizont blicken.
Die Menschen in ihrer Überheblichkeit sind wie die umherspringenden Frösche; aber sie können nicht so weit springen, als dass sie Gott zu verletzen vermöchten. Sie wollen ihre Flügel ausbreiten, aber …
— Johannes Calvin
Wenn du die Menschen verurteilst, hast du keine Zeit, sie zu lieben.
— Mutter Theresa
Das Rationale am Menschen sind die Einsichten, die er hat. Das Irrationale an ihm ist, dass er nicht danach handelt
— Friedrich Dürrenmatt
Wer den Menschen nicht dankt, gibt damit auch seine Undankbarkeit gegen Gott zu erkennen
— Johannes Calvin
Wer dieses nicht weiß, kann doch jenes wissen.
Eigentlich ist es nur des Menschen, gerecht zu sein und Gerechtigkeit zu üben; denn die Götter lassen alle gewähren: Ihre Sonne scheint über Gerechte und Ungerechte.
— Johann Wolfgang von Goethe
Sei gütig, denn alle Menschen, denen du begegnest, kämpfen einen schweren Kampf
— Platon
Man sollte wirklich nur die zusammen leben lassen, die ohne einander sterben würden.
— Ludwig Anzengruber
Wer Menschen gewinnen will, muss das Herz zum Pfande einsetzen.
— Adolph Kolping
Für den Triumph des Bösen reicht es, wenn die Guten nichts tun.
Wer sein Gewissen dem Ehrgeiz opfert, verbrennt ein Bild, um die Asche zu bekommen.
Wer den Häuptling an seine Schuhe erinnert, wird sie auch holen müssen.
Ärzte schütten Medikamente, von denen sie wenig wissen, zur Heilung von Krankheiten, von denen sie weniger wissen, in Menschen, von denen sie nichts wissen.
— Voltaire