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Sprüche über Menschen

1311 Sprüche — Seite 56

In keinem anderen Bereich wird so viel vom eigenen Wesen sichtbar wie im Umgang mit anderen Menschen. Beziehungen enthüllen, was allein verborgen bleibt: Geduld und Jähzorn, Großzügigkeit und Kleinlichkeit, die Fähigkeit zur Bindung und die Neigung zum Rückzug. Deshalb ist das Miteinander eine der aufschlussreichsten Schulen des Lebens.

Was Menschen füreinander bedeuten können, erschließt sich nie vollständig im ersten Blick. Die Sprüche zu diesem Thema beleuchten das vielschichtige Wesen menschlicher Begegnung: die Nähe, die trägt, den Widerstand, der reift, und jenes stille Erstaunen, das entsteht, wenn ein anderer einem das zeigt, was man allein nicht sehen konnte.

  1. Das Leben gleicht dem Feuer: Es beginnt mit Rauch und endigt mit Asche

  2. Nichts ist dem Menschen schwerer zu tragen als eine Last von guten Tagen.

    Wilhelm Müller

  3. Wer Engel sucht in dieses Lebens Gründen, der findet nie, was ihm genügt. Wer Menschen sucht, der wird den Engel finden, der sich an seine Seele schmiegt.

    Christoph A. Tiedge

  4. Die Welt ist rauh und dumpf geworden; die Stimm entfiel ihr nach und nach, die einst in tönenden Akorden zum offnen Ohr des Menschen sprach.

    Friedrich Rückert

  5. Ein großes Reich und kleine Geister passen nicht zueinander

    Edmund Burke

  6. Es ist nicht gut, dass alles geschieht, was die Menschen wünschen

    Heraklit von Ephesos

  7. Himmel und Erde, Menschen und Geister - alles liebt den Geringen, nicht den Stolzen

  8. Den Tadel der Menschen nahm ich solange gerne an, bis ich einmal darauf achtete, wen sie lobten.

    Walter Rathenau

  9. Manche wären sehr erstaunt zu erfahren, worauf ihre Achtung vor den Menschen beruht.

    Marquis de Vauvenargues

  10. Nur große Menschen haben große Fehler.

    Jean-Jacques Rousseau

  11. Wer einen Gast nicht nötigt, wird ihn noch beleidigen.

  12. Freiheit kann man einem Menschen zwar lassen, aber nicht geben.

    Friedrich von Schiller

  13. Frage dich, wo des Menschen Ruhm beginnt und endet. Und sieh, daß mein Ruhm nur auf meinen Feunden gründet

    William Butler Yeats

  14. Der eine erregt den Staub, und einem andern fliegt er ins Auge.

  15. Gestern, Heute, Morgen - das sind die drei Tage des Menschen

  16. Des Menschen Gemüt ist sein Geschick.

    Ferdinand Lassalle

  17. Die Menschen sollen Menschen bilden, in dem sie sie als Menschen behandeln.

    Emile Zola

  18. Bevor die Maus beginnt, am Fuße des Menschen zu knabbern, bläst sie daran.

  19. Ein alter Panter kehrt nicht zur gleichen Stelle zurück.

  20. Durch bloße Lehren sind nie die Menschen zu bekehren: Das gute Beispiel prägt allein der Lehre Sinn dem Herzen ein.

    Friedrich von Bodenstedt