Sprüche über Menschen
1311 Sprüche — Seite 30
In keinem anderen Bereich wird so viel vom eigenen Wesen sichtbar wie im Umgang mit anderen Menschen. Beziehungen enthüllen, was allein verborgen bleibt: Geduld und Jähzorn, Großzügigkeit und Kleinlichkeit, die Fähigkeit zur Bindung und die Neigung zum Rückzug. Deshalb ist das Miteinander eine der aufschlussreichsten Schulen des Lebens.
Was Menschen füreinander bedeuten können, erschließt sich nie vollständig im ersten Blick. Die Sprüche zu diesem Thema beleuchten das vielschichtige Wesen menschlicher Begegnung: die Nähe, die trägt, den Widerstand, der reift, und jenes stille Erstaunen, das entsteht, wenn ein anderer einem das zeigt, was man allein nicht sehen konnte.
Menschen sind es, die das Gemeinwesen ausmachen, nicht Mauern!
— Thukydides
Die meisten Menschen besitzen wie Pflanzen verborgene Eigenschaften, die der Zufall entdeckt.
— François de la Rochefoucauld
Dieselbe Wassermenge ist im Krug - ob Du aus dem Brunnen oder aus dem Ozean schöpfst.
Die meisten Menschen arbeiten nicht an einer Aufgabe, sondern um sich zu beschäftigen und sich abzulenken.
— Nikolaus B. Enkelmann
Wer etwas Kleines unterschätzt, hat noch nie auf einen Skorpion getreten.
Bildung macht den Menschen zu einem guten Gesellschafter für sich selbst.
— Thomas Fuller
Je besser wir sind, desto besser werden die Menschen um uns her.
— Richard Rothe
Was wir ein Leben nennen, ist für den ganzen ewigen inneren Menschen nur ein einziger Gedanke, ein unteilbares Gefühl.
— Friedrich von Schlegel
Wissen ist wie ein Affenbrotbaum - die Arme eines Menschen sind nicht genug, um ihn zu umfassen
Es empfiehlt sich, den Menschen Hoffnungen zu machen und ihnen immer etwas zu versprechen, wenn man sie braucht.
— Nicolaus Machiavelli
Selten wirst du einen Menschen finden, der bei geöffneten Türen ruhig leben könnte.
— Charles Baudelaire
Die Tugend des freien Menschen zeigt sich ebenso groß im Vermeiden wie im Überwinden von Gefahren.
— Baruch de Spinoza
Im Unglauben liegt die größte denkbare Anstrengung des Menschen gegen seinen eigenen Instinkt und Geschmack.
— Ferdinando Coelestinus Galiani
Medizin für den Hass ist die Trennung.
Ein klassisches Werk ist ein Buch, das die Menschen loben, aber nie lesen
— Ernest Miller Hemingway
Nur der Hausherr hat zu bestimmen, wo die Tür des Hauses sein soll
Die Menschen sind nicht halb so gut, wie ihre Freunde sie schildern und nicht halb so schlecht, wie ihre Feinde behaupten
— Adolph Freiherr von Knigge
Wer den Kopf steckt in den Sand ... ... wird am Hinterteil erkannt!
Warum heißt es "Muttersprache"? Weil der Vater meist sowieso nichts zu sagen hat!
Wahrhaft ungütig sind wir nur gegen Menschen, von denen wir wissen, dass sie uns niemals verloren gehen können.
— Arthur Schnitzler