806 Sprüche — Seite 36
In keinem anderen Bereich wird so viel vom eigenen Wesen sichtbar wie im Umgang mit anderen Menschen. Beziehungen enthüllen, was allein verborgen bleibt: Geduld und Jähzorn, Großzügigkeit und Kleinlichkeit, die Fähigkeit zur Bindung und die Neigung zum Rückzug. Deshalb ist das Miteinander eine der aufschlussreichsten Schulen des Lebens.
Was Menschen füreinander bedeuten können, erschließt sich nie vollständig im ersten Blick. Die Sprüche zu diesem Thema beleuchten das vielschichtige Wesen menschlicher Begegnung: die Nähe, die trägt, den Widerstand, der reift, und jenes stille Erstaunen, das entsteht, wenn ein anderer einem das zeigt, was man allein nicht sehen konnte.
Der Mensch kennt alle Dinge der Erde, aber den Menschen kennt er nicht.
— Jeremias Gotthelf
Zwischen den Menschen besteht für gewöhnlich so wenig Unterschied, dass kaum Grund zur Eitelkeit vorliegt.
— Charles-Louis de Secondat
Liebe und Freundschaft der meisten Menschen ist ein Füllen der eigenen Leere mit fremden Inhalt.
— Christian Friedrich Hebbel
Es gibt zu viele Sorten von Menschen, als dass man für alle fertige Antworten bereithalten könnte.
— Erasmus von Rotterdam
Männer sind wie Zähne. Man bekommt sie mühsam, wenn man sie hat, bereiten sie einem zuweilen Schmerzen, und wenn man sie los ist, hinterlassen sie eine Lücke!
Brennt das Bett, dann ist es Mist, wenn man grade drinnen ist
Was dem Enkel sein Mofa, ist dem Opa sein Sofa.
Der Eilfertige und der Lahme treffen sich auf der Fähre wieder.
Zum Palaver bringt man kein Messer mit.
Das Wort, das Dir hilft, kannst Du Dir nicht selber sagen.
Sei meines Hundes Freund, und du bist auch der meine!
Lieber über Nacht versumpfen als im Sumpf übernachten.
Wir haben unsere Probleme im Griff! ... im Würgegriff!!!
Wer mit den Füssen am Boden bleibt, erspart sich die Bauchlandung
Für viel Geld bekommt man Luxus, für wenig Geld Abenteuer.
Es gibt keine Sünde außer der Dummheit.
— Oscar Wilde
Einer Gesellschaft die man damit unterhalten kann, dass zwei Menschen einen Ball hin- und herschlagen, ist alles zuzutrauen.
— Marie von Ebner-Eschenbach
Es kommt nicht auf das an, was die Natur aus dem Menschen, sondern was dieser aus sich selbst macht
— Immanuel Kant
Seinem Feind kann man nicht aus dem Weg gehen.
Heimat finden wir überall da, wo Menschen sind, denen wir vertrauen können und die uns vertrauen.
— Rainer Haak