806 Sprüche — Seite 27
In keinem anderen Bereich wird so viel vom eigenen Wesen sichtbar wie im Umgang mit anderen Menschen. Beziehungen enthüllen, was allein verborgen bleibt: Geduld und Jähzorn, Großzügigkeit und Kleinlichkeit, die Fähigkeit zur Bindung und die Neigung zum Rückzug. Deshalb ist das Miteinander eine der aufschlussreichsten Schulen des Lebens.
Was Menschen füreinander bedeuten können, erschließt sich nie vollständig im ersten Blick. Die Sprüche zu diesem Thema beleuchten das vielschichtige Wesen menschlicher Begegnung: die Nähe, die trägt, den Widerstand, der reift, und jenes stille Erstaunen, das entsteht, wenn ein anderer einem das zeigt, was man allein nicht sehen konnte.
Die Dankbarkeit der meisten Menschen ist nur der geheime Wunsch, noch mehr zu bekommen.
— François de la Rochefoucauld
Der Horcher an der Wand hört seine eig'ne Schand'
Klein ist das Eichhörnchen. Aber es ist kein Sklave des Elefanten.
Menschen miteinander gibt es nicht. Es gibt nur Menschen, die herrschen, und solche, die beherrscht werden
— Kurt Tucholsky
Wer den Häuptling an seine Schuhe erinnert, wird sie auch holen müssen.
Ärzte schütten Medikamente, von denen sie wenig wissen, zur Heilung von Krankheiten, von denen sie weniger wissen, in Menschen, von denen sie nichts wissen.
— Voltaire
Wer sein Gewissen dem Ehrgeiz opfert, verbrennt ein Bild, um die Asche zu bekommen.
Du lernst den Baum kennen, wenn du dich an ihn lehnen willst.
Sorge ist ein kostbarer Schatz, den man nur den Freunden zeigt.
Gebete ändern nicht die Welt. Aber die Gebete ändern Menschen und Menschen ändern die Welt.
— Albert Schweitzer
Der Besitz besitzt. Er macht die Menschen kaum unabhängiger.
— Friedrich Nietzsche
Den Wert von Diamanten und Menschen kann man erst ermitteln, wenn man beide aus der Fassung bringt
— Marie von Ebner-Eschenbach
Wer getragen wird, weiß nicht, wie weit die Stadt entfernt ist.
Wenn du einen Menschen glücklich machen willst, dann füge nichts seinem Reichtum hinzu, sondern nimm ihm einige von seinen Wünschen.
— Epikur
Der Mensch kann unendlich viel, wenn er die Faulheit abgeschüttelt hat und sich vertraut, dass ihm gelingen muss, was er ernstlich will.
— Ernst Moritz Arndt
Ein zu reicher Fang schädigt das Netz.
Wen seine Mutter nicht lehrt, den lehrt die Welt.
Gute Menschen reizen die Geduld, böse die Phantasie
— Oscar Wilde
Mögen der Frühtau auf den Wiesen und der erste Sonnenstrahl der Morgensonne einen glücklichen und freundlichen Menschen antreffen.
Der Kopf ist rund, damit das Denken die Richtung ändern kann.