Sprüche über Menschen
1311 Sprüche — Seite 65
In keinem anderen Bereich wird so viel vom eigenen Wesen sichtbar wie im Umgang mit anderen Menschen. Beziehungen enthüllen, was allein verborgen bleibt: Geduld und Jähzorn, Großzügigkeit und Kleinlichkeit, die Fähigkeit zur Bindung und die Neigung zum Rückzug. Deshalb ist das Miteinander eine der aufschlussreichsten Schulen des Lebens.
Was Menschen füreinander bedeuten können, erschließt sich nie vollständig im ersten Blick. Die Sprüche zu diesem Thema beleuchten das vielschichtige Wesen menschlicher Begegnung: die Nähe, die trägt, den Widerstand, der reift, und jenes stille Erstaunen, das entsteht, wenn ein anderer einem das zeigt, was man allein nicht sehen konnte.
Je unabhängiger wir von den Menschen werden, desto abhängiger werden wir von Gott.
— Paul Olaf Bodding
Wir wollen nur solche Menschen Freunde nennen, für die wir ganz und gar eintreten können.
— Paul Olaf Bodding
Lege das Ruder erst dann nieder, wenn das Boot an Land ist.
Es ist besser, Deine Zeit zu verlieren, als Deinen Charakter.
Die beste Zeit, einen Baum zu pflanzen, war vor 20 Jahren, die zweitbeste Zeit ist heute.
Jede Generation trägt ihre Zukunft und ihre Geschichte unbewusst und im vorhinein in sich.
— Hippolyte Taine
Wenn wir die Menschen nicht zurechtschelten können, können wir sie oft zurechtlieben
— James Hudson Taylor
Der Glaube der meisten Menschen ist Befangenheit ohne Klarheit.
— Johann Jakob Wilhelm Heinse
Mit den Menschen ist es wie mit den Blumen: Sie brauchen nicht nur Wasser, sondern auch Sonne.
— August Julius Langbehn
Das Herz gleicht einem Pferd auf freier Bahn: es stürmt leicht davon und hält nur schwer wieder an.
Es ist die Würde des Menschen im Schriftsteller, was den Stil macht, nicht das Können.
— Fanny Lewald
Es ist sehr leicht, die Menschen zu behandeln, wenn man sie nicht achtet.
— Fanny Lewald
Es bleibt immer etwas hängen am Menschen von seiner Heimat.
— Wilhelmine Heimburg
Die Dummheit tötet Dich nicht, aber sie bringt Dich ins Schwitzen!
Der Mensch hat das Netz des Lebens nicht gewebt, er ist nur ein Faden darin. Was immer er ihm antut, tut er sich selbst an.
Niemand kennt die Menschen so gut wie der Beichtvater, der Bankier und der Bettler.
Das Äußere des Menschen ist der Text zu allem, was man über ihn sagen kann.
— Rahel Varnhagen von Ense
Es ist noch Phantasie im Menschen übrig für idealistische Zustände, und die will Stoff, Nahrung.
— Rahel Varnhagen von Ense
Von Menschen kommt kein Glück. Da erwartet man es nur.
— Rahel Varnhagen von Ense
Die Tiere fliehen den Menschen, weil sie Gottes Bildnis im Menschen nicht mehr erkennen können.
— Manfred Kyber