806 Sprüche — Seite 33
In keinem anderen Bereich wird so viel vom eigenen Wesen sichtbar wie im Umgang mit anderen Menschen. Beziehungen enthüllen, was allein verborgen bleibt: Geduld und Jähzorn, Großzügigkeit und Kleinlichkeit, die Fähigkeit zur Bindung und die Neigung zum Rückzug. Deshalb ist das Miteinander eine der aufschlussreichsten Schulen des Lebens.
Was Menschen füreinander bedeuten können, erschließt sich nie vollständig im ersten Blick. Die Sprüche zu diesem Thema beleuchten das vielschichtige Wesen menschlicher Begegnung: die Nähe, die trägt, den Widerstand, der reift, und jenes stille Erstaunen, das entsteht, wenn ein anderer einem das zeigt, was man allein nicht sehen konnte.
Wer den Kopf steckt in den Sand ... ... wird am Hinterteil erkannt!
Die wertvollste Investition überhaupt, ist die in den Menschen
— Jean-Jacques Rousseau
Es gibt Menschen, die sich mangels eigenen Gewichts überall beschweren müssen.
Nichts macht die Menschen vertrauter und gegen einander gutgesinnter als gemeinschaftliche Verleumdung eines Dritten.
— Jean Paul
Die Menschen scheinen die Sprache nicht empfangen zu haben, um die Gedanken zu verbergen, sondern um zu verbergen, dass sie keine Gedanken haben
— Sören Kierkegaard
Ein Pessimist ist ein Mensch, der von zwei Übeln beide wählt.
Das Schicksal des Menschen ist der Mensch
— Bertolt Brecht
Verliebt: Er spricht, sie hört zu. Verlobt: Sie spricht, er hört zu. Verheiratet: Beide sprechen, die Nachbarn hören zu.
Die kluge Frau folgt ihrem Mann, wohin sie will.
Vergib deinem Feind ... ... wenn du ihm nicht anders beikommen kannst.
Hast du dich selbst lieb, so hast du alle Menschen lieb wie dich selbst. Solange du einen einzigen Menschen weniger lieb hast als dich selbst, so hast du dich selbst nie wahrhaft lieb gewonnen.
— Eckhart von Hochheim
Lieber zu Dritt im Bett als allein im Sarg
Lieber zweifelhaft als Einzelhaft
Wahrhaft ungütig sind wir nur gegen Menschen, von denen wir wissen, dass sie uns niemals verloren gehen können.
— Arthur Schnitzler
Die Menschen die niemals Zeit haben tun am wenigsten
— Georg Christoph Lichtenberg
Frauen sind wie Krawatten: Man wählt sie meistens bei schlechter Beleuchtung, und dann hat man sie am Hals.
Wenn alle Stricke reissen - dann hänge ich mich auf!
— Joachim Ringelnatz
Der Mensch ist die Medizin des Menschen.
Wie schlecht die Mutter auch sein mag, man soll sie nicht hassen, denn sie ist die Mutter.
Etwas zu versuchen und es nicht zu schaffen, das ist wenigstens keine Faulheit.