Sprüche über Arbeit
1107 Sprüche — Seite 32
Mehr als Pflicht, Broterwerb oder bloße Beschäftigung ist Arbeit eine Form, Spuren in der Welt zu hinterlassen. In ihr zeigen sich Ehrgeiz, Können, Ausdauer und die Frage, ob Mühe nur belastet oder auch Sinn stiftet. Deshalb berührt dieses Thema den Alltag ebenso wie das Selbstbild eines Menschen.
Sein Gewicht erhält es dort, wo Tun und Haltung miteinander verbunden sind – wo aus Anstrengung nicht bloß Ergebnis, sondern auch Charakter wächst. Fleiß und Berufung, Last und stille Erfüllung: Kaum ein Thema wirft so ehrlich die Frage auf, ob man das Richtige tut und ob das Richtige gut genug getan wird.
Wer nicht gerne arbeitet, hat bald Feierabend gemacht.
Arbeit ohne Vorteil wird sauer.
Von großer Arbeit starben die Pferde.
Wer sich zum Esel macht, dem will jeder seine Säcke auflegen.
Du musst ein guter Kerzenmacher sein, wenn du Gott eine wächserne Nase drehen willst.
Eh der Hahn kräht, schlägt er mit den Fittichen.
Der Hahn kann nicht so viel zusammentragen, als die Henne verscharren mag.
So lange die Henne Eier legt, so lange legt man ihr auch.
Wenn der Hund hofiert, kann er nicht bellen.
Gute Katzen mausen daheim und in anderen Häusern.
Kraue die Sau, bis sie liegt, dann gib ihr den Stich.
Geh hin und werd ein Krämer, sagt der Henker zu seinem Knecht.
Es pflegt nicht leicht ein Krämer einen Markt zu versäumen.
Kundschaft verderbt manchen Mann.
Mühl ohne Gang, Glock ohne Klang, Hand ohne Gaben, Schul ohne Knaben, will niemand haben.
Wie's auf die Mühle kommt, so wird's gemahlen.
Müllers Henn und Witwers Magd hat selten Hungersnot geklagt.
Geh lieber zum Schmied als zum Schmiedchen.
Gibst du mir Geld, spricht der Schuster, so geb ich dir Schuh.
Ein Kaufmann macht durch allzu großes Rühmen die Ware, die ihm feil ist, nur verdächtig.
— Horaz