Sprüche über Arbeit
1107 Sprüche — Seite 32
Mehr als Pflicht, Broterwerb oder bloße Beschäftigung ist Arbeit eine Form, Spuren in der Welt zu hinterlassen. In ihr zeigen sich Ehrgeiz, Können, Ausdauer und die Frage, ob Mühe nur belastet oder auch Sinn stiftet. Deshalb berührt dieses Thema den Alltag ebenso wie das Selbstbild eines Menschen.
Sein Gewicht erhält es dort, wo Tun und Haltung miteinander verbunden sind – wo aus Anstrengung nicht bloß Ergebnis, sondern auch Charakter wächst. Fleiß und Berufung, Last und stille Erfüllung: Kaum ein Thema wirft so ehrlich die Frage auf, ob man das Richtige tut und ob das Richtige gut genug getan wird.
Der Hahn kann nicht so viel zusammentragen, als die Henne verscharren mag.
So lange die Henne Eier legt, so lange legt man ihr auch.
Wenn der Hund hofiert, kann er nicht bellen.
Gute Katzen mausen daheim und in anderen Häusern.
Kraue die Sau, bis sie liegt, dann gib ihr den Stich.
Geh hin und werd ein Krämer, sagt der Henker zu seinem Knecht.
Es pflegt nicht leicht ein Krämer einen Markt zu versäumen.
Kundschaft verderbt manchen Mann.
Mühl ohne Gang, Glock ohne Klang, Hand ohne Gaben, Schul ohne Knaben, will niemand haben.
Wie's auf die Mühle kommt, so wird's gemahlen.
Müllers Henn und Witwers Magd hat selten Hungersnot geklagt.
Geh lieber zum Schmied als zum Schmiedchen.
Gibst du mir Geld, spricht der Schuster, so geb ich dir Schuh.
Ein Kaufmann macht durch allzu großes Rühmen die Ware, die ihm feil ist, nur verdächtig.
— Horaz
Eine jede Arbeit, welche den Menschen in Anspruch nimmt, macht den Menschen still und bewirkt, dass er sich in das gesellschaftliche Gefüge seiner Stelle einordnet.
— Carl Friedrich Paul Ernst
Wir haben auch Arbeit, und gar zu zweit, und haben die Sonne und Regen und Wind. Und uns fehlt nur eine Kleinigkeit, um so frei zu sein, wie die Vögel sind: nur Zeit.
— Richard Fedor Leopold Dehmel
Träume sind nicht Taten. Ohne Arbeit wird Dir nichts geraten.
— Ernst Moritz Arndt
Mann der Arbeit, aufgewacht! Und erkenne deine Macht! Alle Räder stehen still, wenn dein starker Arm es will.
— Georg Friedrich Rudolph Herwegh
Könnte ich leben, ohne zu arbeiten, ich wäre das glücklichste Wesen unter der Sonne
— Franziska Gräfin zu Reventlow
Länger als Taten lebt das Wort.
— Pindar