971 Sprüche — Seite 56
Mehr als Pflicht, Broterwerb oder bloße Beschäftigung ist Arbeit eine Form, Spuren in der Welt zu hinterlassen. In ihr zeigen sich Ehrgeiz, Können, Ausdauer und die Frage, ob Mühe nur belastet oder auch Sinn stiftet. Deshalb berührt dieses Thema den Alltag ebenso wie das Selbstbild eines Menschen.
Sein Gewicht erhält es dort, wo Tun und Haltung miteinander verbunden sind. Die Sprüche über Arbeit handeln von Fleiß und Berufung, von Last und Erfüllung und von jener stillen Würde, die entsteht, wenn aus Anstrengung nicht bloß Ergebnis, sondern auch Charakter wächst.
Ein Handwerksmann kann einen Rentner ausziehen.
Nicht mehr tun ist die beste Abbitte.
In wichtigen Dingen soll man nicht abenteuern.
Wer seinen Acker mit Fleiß baut, soll Brots genug haben.
Wie man den Acker bestellt, so trägt er.
Was der Acker nicht trägt, muss der Buckel tragen.
Was einer angefangen oder zugeschnitten, soll ein anderer nicht ausmachen.
Wer nichts an die Angel steckt, der fängt nichts.
Wenn du die Angel ziehst zu früh, so fängst du nie.
Wer sich anspannen lässt, der muss ziehen.
Wer bauen will, muss zwei Pfennige für einen rechnen.
Es ist eine Schande, lange dienen und doch ungeschickt bleiben.
Wer zeitig feiern will, muss fleissig arbeiten
Nach vielen Feiertagen kommt selten ein guter Werktag
Besser zweimal fragen als einmal irregehen
Die Frau muss selber sein die Magd, soll's gehen, wie es ihr behagt
Die Pfarrer bauen den Acker Gottes und die Ärzte den Gottesacker
Will man Bauern verderben, so setze man einen über den andern.
Oh Bauernstand, oh Bauernstand, du liebster mir von allen!
— Max von Schenkendorf
Nur ein Jäger, der protzt, steckt sich eine tote Ratte in den Gürtel.