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Sprüche über Arbeit

1107 Sprüche — Seite 45

Mehr als Pflicht, Broterwerb oder bloße Beschäftigung ist Arbeit eine Form, Spuren in der Welt zu hinterlassen. In ihr zeigen sich Ehrgeiz, Können, Ausdauer und die Frage, ob Mühe nur belastet oder auch Sinn stiftet. Deshalb berührt dieses Thema den Alltag ebenso wie das Selbstbild eines Menschen.

Sein Gewicht erhält es dort, wo Tun und Haltung miteinander verbunden sind – wo aus Anstrengung nicht bloß Ergebnis, sondern auch Charakter wächst. Fleiß und Berufung, Last und stille Erfüllung: Kaum ein Thema wirft so ehrlich die Frage auf, ob man das Richtige tut und ob das Richtige gut genug getan wird.

  1. Man muss dem Hobel nicht zu viel Eisen geben.

  2. Nicht jeder, der jagt, hat Waidmannsglück.

  3. Jagen und nicht fangen macht verdrossene Jäger.

  4. Nasse Jäger, trockene Fischer, schlecht Geschäft.

  5. Ein guter Jäger lässt sich nicht aufs Rohr sehen.

  6. Jeder Kaufmann lobt seine Ware.

  7. Er ist kein Kaufmann, er bietet die Hälfte.

  8. Wen der Kellner liebt, der trinkt oft.

  9. Betrug ist der Krämer Acker und Pflug.

  10. Ein Krämer, der nicht Mausdreck für Pfeffer aufschwätzen kann, hat sein Handwerk nicht gelernt.

  11. Kundschaft ist kein Erbe.

  12. Schuster, bleib bei deinen Leisten.

  13. Es ist kein Meister vom Himmel gefallen.

  14. Mancher will Meister sein und ist kein Lehrjunge gewesen.

  15. Wenn der Meister kommt heran, hat das Meisterchen getan.

  16. Kein Meister so gut, der nicht noch zu lernen hätte.

  17. Dem Meister vom Handwerk soll man glauben.

  18. Meisterssohn bringt das Recht mit sich.

  19. Der seinen Meister nicht hören will, muss den Büttel hören.

  20. Die Metzger sagen, es ist nichts mehr mit den Bauern zu machen, seit sie in der Bibel lesen und die Kinder selbst machen.