Sprüche über Arbeit
1107 Sprüche — Seite 40
Mehr als Pflicht, Broterwerb oder bloße Beschäftigung ist Arbeit eine Form, Spuren in der Welt zu hinterlassen. In ihr zeigen sich Ehrgeiz, Können, Ausdauer und die Frage, ob Mühe nur belastet oder auch Sinn stiftet. Deshalb berührt dieses Thema den Alltag ebenso wie das Selbstbild eines Menschen.
Sein Gewicht erhält es dort, wo Tun und Haltung miteinander verbunden sind – wo aus Anstrengung nicht bloß Ergebnis, sondern auch Charakter wächst. Fleiß und Berufung, Last und stille Erfüllung: Kaum ein Thema wirft so ehrlich die Frage auf, ob man das Richtige tut und ob das Richtige gut genug getan wird.
Die beste Aufsicht muss hie und da ein Aug' zudrücken.
Raste ich, so roste ich.
Vom Schönsein kann man nicht leben.
Nur wer den Garten sorglich pflegt, weiß auch, dass er ihm Früchte trägt.
Wenn der Gärtner schläft, pflanzt der Teufel Unkraut.
Die Hacke ist das Spielzeug des Gärtners.
Wer nicht jätet früh, jätet später mit doppelter Müh'.
Wer die Zeit der Saat verschläft, braucht in der Ernte nicht zu schwitzen.
Wer auf den Wind achtet, der säet nicht, wer auf die Wolken sieht, erntet nicht.
Sobald das Unkraut ist zu seh'n, musst du ihm schon zu Leibe geh'n.
Soll sich lohnen deine Müh', halt' junge Hennen, alte Küh'.
Arbeit gern und sei nicht faul, Gebratenes fliegt nicht ins Maul.
Ein Mann ist das Kind seiner Werke.
Arbeit ist des Blutes Balsam, Arbeit ist der Tugend Quelle.
— Johann Gottfried Herder
Tu, was du kannst und lass das andre dem, der's kann, zu jedem Werk gehört ein ganzer Mann. Zwei Hälften machen zwar ein Ganzes, aber merk: aus halb und halb getan entsteht kein ganzes Werk.
— Friedrich Rückert
Wer die Arbeit liebt und sparsam zehrt, der sich in aller Welt ernährt.
Wer schießen soll, muss laden, wer arbeiten soll, muss essen.
Zuviel Arbeiter richten wenig aus.
Fleiss hat immer was übrig.
Man ruft den Esel nicht zu Hofe, denn dass er Säcke trage.