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Sprüche über Arbeit

1107 Sprüche — Seite 50

Mehr als Pflicht, Broterwerb oder bloße Beschäftigung ist Arbeit eine Form, Spuren in der Welt zu hinterlassen. In ihr zeigen sich Ehrgeiz, Können, Ausdauer und die Frage, ob Mühe nur belastet oder auch Sinn stiftet. Deshalb berührt dieses Thema den Alltag ebenso wie das Selbstbild eines Menschen.

Sein Gewicht erhält es dort, wo Tun und Haltung miteinander verbunden sind – wo aus Anstrengung nicht bloß Ergebnis, sondern auch Charakter wächst. Fleiß und Berufung, Last und stille Erfüllung: Kaum ein Thema wirft so ehrlich die Frage auf, ob man das Richtige tut und ob das Richtige gut genug getan wird.

  1. Wie man den Acker bestellt, so trägt er.

  2. Was der Acker nicht trägt, muss der Buckel tragen.

  3. Die Pfarrer bauen den Acker Gottes und die Ärzte den Gottesacker

  4. Was einer angefangen oder zugeschnitten, soll ein anderer nicht ausmachen.

  5. Wer nichts an die Angel steckt, der fängt nichts.

  6. Wenn du die Angel ziehst zu früh, so fängst du nie.

  7. Angst und Schrecken bringen den Lahmen auf die Beine.

  8. Wer sich anspannen lässt, der muss ziehen.

  9. Wer bauen will, muss zwei Pfennige für einen rechnen.

  10. Will man Bauern verderben, so setze man einen über den andern.

  11. Wenn sich der Bauer nicht bückt, so ackert er nicht gut.

  12. Wird der Bauer ein Edelmann, so guckt er den Pflug mit Brillen an.

  13. Der Bauer bleibt ein Bauer, auch wenn er schläft bis Mittag.

  14. Besser ein gesunder Bauer denn ein kranker Kaiser.

  15. Es ist eine Schande, lange dienen und doch ungeschickt bleiben.

  16. Was die Egge bestrichen und die Hacke bedecket, das folgt dem Erbe

  17. Der Faule sucht einen Herrn, der ihm in der Woche sieben Feiertage gibt

  18. Die Faulen kehren sich lang im Bett und wenden dem Teufel den Braten

  19. Willst du nicht lernen mit der Feder schreiben, schreib mit der Mistgabel

  20. Wer zeitig feiern will, muss fleissig arbeiten