971 Sprüche — Seite 6
Mehr als Pflicht, Broterwerb oder bloße Beschäftigung ist Arbeit eine Form, Spuren in der Welt zu hinterlassen. In ihr zeigen sich Ehrgeiz, Können, Ausdauer und die Frage, ob Mühe nur belastet oder auch Sinn stiftet. Deshalb berührt dieses Thema den Alltag ebenso wie das Selbstbild eines Menschen.
Sein Gewicht erhält es dort, wo Tun und Haltung miteinander verbunden sind – wo aus Anstrengung nicht bloß Ergebnis, sondern auch Charakter wächst. Fleiß und Berufung, Last und stille Erfüllung: Kaum ein Thema wirft so ehrlich die Frage auf, ob man das Richtige tut und ob das Richtige gut genug getan wird.
Wenn man die Kleider auszieht, soll man auch die Sorgen ausziehen.
Einzig um zu Besitz zu kommen bringt sich der Mensch durch Arbeit ins Grab
— Oscar Wilde
Den Frieden kann man weder in der Arbeit noch im Vergnügen, weder in der Welt noch in einem Kloster, sondern nur in der eigenen Seele finden.
— William Somerset Maugham
Der scharfsinnige Mensch ist immer tätig, der gütige in sich ruhend, der scharfsinnige hat viele Freuden, der gütige ein langes Leben.
— Konfuzius
Ein jeder Mensch hat die Geltung, die er sich durch seine Arbeit erwirbt. Er ist für andere gerade so viel wert, wie die anderen ihn brauchen.
— Carl Friedrich Paul Ernst
Das Spiel der Kinder sollte als ihre wichtigste Beschäftigung aufgefaßt werden.
— Michel de Montaigne
In jede Arbeit ist etwas Unbezahlbares eingeschlossen, das eine Befriedigung spendet, die in sich selber ruht.
— Friedrich Georg Jünger
Echte Bankgeheimnisse gibt es nur in Parkanlagen.
Wer die Arbeit kennt und danach rennt und sich nicht drückt, der ist verrückt.
Es ist bös, arbeiten und Wasser trinken.
Gebet ohne Innigkeit ist verlorene Arbeit.
Eines Arbeiters Lohn kommt zur Tür herein und verschwindet im Kamin.
Wenn ein überhäufter Schreibtisch ein Zeichen für einen überhäuften Geist ist - was zeigt dann ein leerer Schreibtisch?
Solange der Künstler arbeitet, um ein reicher Mann zu werden, wird er immer ein armseliger Künstler bleiben.
— Michelangelo
Kennst du den Unterschied zwischen Schaffenden und Genießenden? Genießende glauben, dem Baum liege es an der Frucht; die Schaffenden wissen, dass es ihm am Samen lag.
— Friedrich Nietzsche
Wer vorher nicht reich gewesen, dem tut die Arbeit nicht wehe.
Keine Arbeit im Dienste der Forschung ist nutzlos, selbst dann nicht, wenn sie von falschen Voraussetzungen ausgeht.
— Fridtjof Nansen
Merkmal großer Menschen ist, dass sie an andere weit geringere Anforderungen stellen als an sich selbst.
— Marie von Ebner-Eschenbach
Wer einen Tag vollendet hat in irgendeinem Tagewerk, der hat einen Acker bestellt für die Ewigkeit
— Gottfried Keller
Mäßigkeit und Arbeit sind die wahren Ärzte des Menschen
— Jean-Jacques Rousseau