733 Sprüche — Seite 10
Was im ersten Blick nach Mangel aussieht, gehört oft auf tiefere Weise zum Menschlichen dazu. Schwäche macht verletzlich, begrenzt den Anspruch an sich selbst und zwingt dazu, ohne Maske auf die eigenen Grenzen zu sehen. Gerade deshalb ist dieses Thema nicht nur unerquicklich, sondern oft der Anfang von Einsicht und Milde.
In ihr zeigt sich, ob Demut entsteht oder Bitterkeit, ob Rückzug folgt oder Reifung. Die Sprüche zu diesem Thema machen deutlich, dass Schwäche nicht bloß das Gegenteil von Stärke ist, sondern auch jene Erfahrung, aus der Verständnis, Geduld und echte innere Festigkeit erwachsen können.
Wer sich weigert, eine einmalige Gelegenheit wahrzunehmen, verliert den Preis so sicher als ob er gescheitert wäre
— William James
Warum klagen so viele, dass sie unterschätzt werden? Schlimmer ist doch das Gegenteil.
— Friedrich Georg Jünger
Versuche nie vor etwas die Flucht zu ergreifen. Ein Mensch, der die Flucht ergreift, ist ein Drückeberger. Und ein Drückeberger kommt nie von etwas los.
— John Steinbeck
Bewunderung ist nur das Maß unserer Kenntnisse und beweist weniger die Vollkommenheit der Dinge als die Unvollkommenheit unseres Geistes.
— Marquis de Vauvenargues
Wem Recht schaffende Bosheit aus den Augen strahlt, qualifiziert sich für bestimmte Jobs sicherer als jemand, der lediglich mit offenem Blick naiv dreinschaut.
— Christa Schyboll
Niederlagen stählen, aber eben nur, wenn es nicht zu viele werden.
— Willy Brandt
Es hat keinen Sinn, dem Spiegel die Schuld zu geben, wenn das Gesicht entstellt ist.
— Nikolai Wassiljewitsch Gogol
Man fällt nicht über seine Fehler! Man fällt immer über seine Feinde, die diese Fehler ausnutzen.
— Kurt Tucholsky
Der Mangel an Urteilskraft ist eigentlich das, was man Dummheit nennt,und einem solochen Gebrechen ist leider gar nicht abzuhelfen.
— Immanuel Kant
Die Krankheit ist ein Hindernis für den Körper, nicht für den Willen, sofern dieser es nicht selbst so will.
— Epiktet
Jeder ist ein Trottel, nur auf jeweils auf einem anderen Gebiet.
— William Penn Adair Rogers
Am Tag ist die Eule blind, bei Nacht die Krähe. Wen aber die Liebe verblendet, der ist blind bei Tag und Nacht.
Menschen, die der Versuchung widerstehen, verschieben nur ihre Kapitulation auf morgen.
— Charles de Talleyrand
Wer nichts als Chemie versteht, versteht auch die nicht recht.
— Georg Christoph Lichtenberg
Wer den Menschen verachtet, ist kein großer Mensch.
— Marquis de Vauvenargues
Die Selbstüberschätzung tötet den Erfolg im Keim.
— Otto von Bismarck
Keine Regierung und keine Bataillone vermögen Recht und Freiheit zu schützen, wo der Bürger nicht imstande ist, selber vor die Haustüre zu treten und nachzusehen, was es gibt
— Gottfried Keller
Zwei Schwächen, die sich gegeneinander lehnen, machen eine Stärke.
— Leonardo da Vinci
Wer stärker liebt, ist immer der Schwächere
— Eleonora Duse
Unter Gesundheit verstehe ich nicht "Freisein von Beeinträchtigungen", sondern die Kraft mit ihnen zu leben
— Johann Wolfgang von Goethe