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Sprüche über Schwäche

700 Sprüche — Seite 10

Was im ersten Blick nach Mangel aussieht, gehört oft auf tiefere Weise zum Menschlichen dazu. Schwäche macht verletzlich, begrenzt den Anspruch an sich selbst und zwingt dazu, ohne Maske auf die eigenen Grenzen zu sehen. Gerade deshalb ist dieses Thema nicht nur unerquicklich, sondern oft der Anfang von Einsicht und Milde.

In ihr zeigt sich, ob Demut entsteht oder Bitterkeit, ob Rückzug folgt oder Reifung. Die Sprüche zu diesem Thema machen deutlich, dass Schwäche nicht bloß das Gegenteil von Stärke ist, sondern auch jene Erfahrung, aus der Verständnis, Geduld und echte innere Festigkeit erwachsen können.

  1. Wer in dem Elend dieses Lebens keine Philosophie besitzt, gleicht einem Mann, der bloßen Kopfes in einem Platzregen spazierengeht.

    Claude Tillier

  2. Mancher geht los wie ein Donner und fällt wie Staub auf die Erde.

  3. Bewunderung ist nur das Maß unserer Kenntnisse und beweist weniger die Vollkommenheit der Dinge als die Unvollkommenheit unseres Geistes.

    Marquis de Vauvenargues

  4. Eine erbärmliche Liebe, die man an der Leine und im Zaum halten muss

    Józef Ignacy Kraszewski

  5. Die Gebrechlichen haben oft Fertigkeiten, deren ein ordentlich gebauter Mensch wohl nicht unfähig, doch zu erlernen nicht entschlossen genug ist.

    Georg Christoph Lichtenberg

  6. Wer die Menschen gründlich erforscht und das Verkehrte in ihrem Denken, Fühlen, Geschmack und Streben erkannt hat, kommt zur Einsicht, dass ihnen Unbeständigkeit weniger schadet als Eigensinn.

    Jean de la Bruyère

  7. Man muss Gott beim Herzen zu pachen verstehen, das ist seine schwache Seite.

    Theresia von Avila

  8. Der, der angreift, verliert.

  9. Der Blick des Verstandes fängt an scharf zu werden, wenn der Blick der Augen an Schärfe verliert.

    Platon

  10. Durch geistige Kraft können wir den beherrschen, der uns an körperlicher überragt.

    Antiphon

  11. Die Tugend ist bei einigen Furcht vor der Gerechtigkeit, bei vielen Schwäche, bei anderen Berechnung

    Gerard de Nerval

  12. Schnell wachsende Keime welken geschwinde, zu lange Bäume brechen im Winde.

    Wilhelm Busch

  13. Das Glück ist blind, heißt es, aber diejenigen, die ihm hinterherlaufen, sind auch blind. So ist Fortuna denn die Blinde unter den Blinden.

    Christian Friedrich Hebbel

  14. Keiner kann einen Körper frisch und schön erhalten, wenn er sich von ausgelaugten Gedanken nährt.

    Prentice Mulford

  15. Furcht ist nur ein anderer Name für die Unfähigkeit, die Entstehung von Gedanken zu beherrschen.

    Prentice Mulford

  16. Nach den Jahren der Last kommt die Last der Jahre

    Johann Wolfgang von Goethe

  17. Die schlechten Gewohnheiten wollen wir wie minderwertige Menschen, die uns lange Zeit schwer geschädigt haben, endgültig vertreiben.

    Epikur

  18. An alten Bäumen hämmert der Specht am meisten.

    Wilhelm Busch

  19. Das Gedächtnis nimmt ab, wenn man es nicht übt.

    Marcus Tullius Cicero

  20. Menschen gleicher Gesinnung suchen einander, Menschen mit gleicher Krankheit bedauern einander.