Sprüche über Schwäche
700 Sprüche — Seite 19
Was im ersten Blick nach Mangel aussieht, gehört oft auf tiefere Weise zum Menschlichen dazu. Schwäche macht verletzlich, begrenzt den Anspruch an sich selbst und zwingt dazu, ohne Maske auf die eigenen Grenzen zu sehen. Gerade deshalb ist dieses Thema nicht nur unerquicklich, sondern oft der Anfang von Einsicht und Milde.
In ihr zeigt sich, ob Demut entsteht oder Bitterkeit, ob Rückzug folgt oder Reifung. Die Sprüche zu diesem Thema machen deutlich, dass Schwäche nicht bloß das Gegenteil von Stärke ist, sondern auch jene Erfahrung, aus der Verständnis, Geduld und echte innere Festigkeit erwachsen können.
Alles was gegen die Natur ist, hat auf Dauer keinen Bestand
— Charles Robert Darwin
Wer sich nicht wehrt, der wird nicht geehrt.
Bist du allein, so gedenke deiner Schwächen, bist du in Gesellschaft, so sprich nicht von denen der anderen.
Es ist nichts schwerer, als mit sich selbst Geduld haben - seine eigne Schwachheit zu tragen.
— Novalis
Schmerz ist nur Schwäche, die den Körper verlässt.
— Abraham Lincoln
Ein zerbrochener Mensch ist niemals ein Mensch, der in der Mitte steht. Er steht am Anfang oder am Ende.
— Rainer Haak
Große, starke Seelen sind selten ärgerlich, desto mehr aber schwache und fast alle Weiber
— Karl Julius Weber
Nichts ist so elend als ein Mann, der alles will und der nichts kann.
— Matthias Claudius
Wer ein Grenzgänger ist, oft allein in extremen Situationen, erfährt genügend über sich. Ich habe die Abgründe meiner Seele erlebt, wie wenige andere.
— Reinhold Messner
Der Undank ist immer eine Art Schwäche. Ich habe nie gesehen, dass tüchtige Menschen undankbar gewesen wären.
— Johann Wolfgang von Goethe
Männer: eine an Liebe arme Gattung.
— Henry de Montherlant
Es ist besser, zwei Jahre zu früh als ein Jahr zu spät zu sterben.
Der gefährlichste Gegner der Kraft ist die Schwäche.
— Hugo von Hofmannsthal
Geistige Fähigkeiten verkümmern wie Muskeln, wenn sie nicht geübt werden
— Wilhelm Liebknecht
Wo es den Rednern an Tiefe fehlt, da gehen sie in die Breite.
— Charles-Louis de Montesquieu
Wer essen will, ohne sich auf die Kochkunst zu verstehen, wird über die dargereichten Speisen kein sicheres Urteil fällen können.
— Platon
Wer nicht ein kleines Leid zu ertragen versteht, muß sich darauf gefaßt machen, viele Leiden über sich ergehen zu lassen.
— Jean-Jacques Rousseau
Das Leben ist eine Krankheit, die ganze Welt ein Lazarett, und der Tod ist unser Arzt.
— Christian Johann Heinrich Heine
Ertrage alle körperlichen Beschwerden, ohne ihnen Ausdruck zu verleihen.
— Leo Tolstoi
Keiner überschreitet die engen Grenzen der Menschheit: Alle haben ihre Gebrechen, bald im Kopfe, bald im Herzen.
— Baltasar Gracián y Morales