Sprüche über Schwäche
700 Sprüche — Seite 21
Was im ersten Blick nach Mangel aussieht, gehört oft auf tiefere Weise zum Menschlichen dazu. Schwäche macht verletzlich, begrenzt den Anspruch an sich selbst und zwingt dazu, ohne Maske auf die eigenen Grenzen zu sehen. Gerade deshalb ist dieses Thema nicht nur unerquicklich, sondern oft der Anfang von Einsicht und Milde.
In ihr zeigt sich, ob Demut entsteht oder Bitterkeit, ob Rückzug folgt oder Reifung. Die Sprüche zu diesem Thema machen deutlich, dass Schwäche nicht bloß das Gegenteil von Stärke ist, sondern auch jene Erfahrung, aus der Verständnis, Geduld und echte innere Festigkeit erwachsen können.
Eines wird dem Fortschritt immer bleiben: Was er nicht übertreffen kann, zu übertreiben.
— Franz Grillparzer
Die Stärke der Kette wird durch die Stärke des schwächsten Gliedes bestimmt.
— Wladimir Iljitsch Lenin
Kein Ding schwächt die Vernunft mehr als Unlauterkeit.
— Albrecht Dürer
Nicht die Niederlage ist der schlimmste Misserfolg. Wirklich gescheitert ist nur der, der es nicht versucht hat.
— George Edward Woodberry
Das Trinken ist fast das letzte Vergnügen, das uns die Jahre nehmen.
— Michel de Montaigne
Subordiniert - das ist die schlechte Arbeit von gestern. Koordiniert - das ist die gute Arbeit von morgen
— Kurt Tucholsky
Ein Mensch ohne Humor ist wie ein Haus mit immer trüben Fenstern.
— Friedrich Wilhelm Josef Ritter von Schelling
Das Volk gehört nicht zu jenen Geliebten, welche an Schönheit gewinnen, wenn man sie im Negligé sieht.
— Joszef Freiherr von Eötvös
Gerät ein Tiger aufs flache Land, wird er sogar von Hunden gefoppt.
Erst auf dem Krankenbett wird dir klar, welch kostbares Geschenk die Gesundheit ist.
— Rainer Haak
Wenn man sich beim Leben allzusehr auf die Finger sieht, lebt man nicht mehr. Der Blick schafft sich dann das, was er sucht, und man wird zu dem, was zu sein man sich einredet.
— André Gide
Es ist ebenso viel Trägheit wie Schwäche dabei, sich beherrschen zu lassen.
— Jean de la Bruyère
Das Alter ist der Lebensabschnitt, in dem wir die Sünden derer wir noch frönen, dadurch wettmachen, dass wir die Sünden schmähen, die zu begehen wir nicht mehr fähig sind.
— Ambrose Bierce
Führe dein Geschäft, oder es wird dich führen.
— Benjamin Franklin
Dem Kranken schmeckt selbst der Honig nicht, indessen der Gesunde auch noch Steine verzehrt.
Würde ist eine körperliche Kunst, erfunden, um die Mängel des Geistes zu verbergen.
— François de la Rochefoucauld
Gerechtigkeit ohne Stärke ist Ohnmacht, Stärke ohne Gerechtigkeit ist Tyrannei.
— Blaise Pascal
Hochmut ist, wenn ein Mensch sich eine Vollkommenheit beimißt, die bei ihm nicht zu finden ist.
— Baruch de Spinoza
Ein Schmeichler ist ein Freund, der dir unterlegen ist oder vorgibt, es zu sein.
— Aristoteles
Wer keinen Sinn im Leben sieht, ist nicht nur unglücklich, sondern kaum lebensfähig
— Albert Einstein