733 Sprüche — Seite 5
Was im ersten Blick nach Mangel aussieht, gehört oft auf tiefere Weise zum Menschlichen dazu. Schwäche macht verletzlich, begrenzt den Anspruch an sich selbst und zwingt dazu, ohne Maske auf die eigenen Grenzen zu sehen. Gerade deshalb ist dieses Thema nicht nur unerquicklich, sondern oft der Anfang von Einsicht und Milde.
In ihr zeigt sich, ob Demut entsteht oder Bitterkeit, ob Rückzug folgt oder Reifung. Die Sprüche zu diesem Thema machen deutlich, dass Schwäche nicht bloß das Gegenteil von Stärke ist, sondern auch jene Erfahrung, aus der Verständnis, Geduld und echte innere Festigkeit erwachsen können.
Wenn die anderen glauben, man ist am Ende, so muss man erst richtig anfangen
— Konrad Adenauer
Wer sich stets zuviel geschont hat, der kränkelt zuletzt an seiner vielen Schonung. Gelobt sei, was hart macht.
— Friedrich Nietzsche
Wenn du stark bist, dann beginne, wo du stark bist. Wenn nicht, beginne dort, wo du eine Niederlage am leichtesten verschmerzen kannst.
— Nicolaus Machiavelli
Jeder Mensch ist ein Mond und hat eine dunkle Seite, die er niemandem zeigt.
— Mark Twain
Ein Mensch kann sich durch seine Zunge zerstören.
Ein Glückspilz ist, wer irgendein physisches Gebrechen hat, das er für die schwachen Stellen seiner Seele verantwortlich machen kann
— Henry de Montherlant
Die Betrunkenen denken nicht ihre eigenen Gedanken.
Ein Mann ohne Frau - ein Wasser ohne Damm.
Lesen soll man nur dann, wenn die Quelle der eigenen Gedanken stockt, was auch beim besten Kopfe oft genug der Fall sein wird.
— Arthur Schopenhauer
Gehorchen mag, wer nicht zu herrschen weiß.
— William Shakespeare
Wer kein Ungemach ertragen kann, ist nicht zu großen Dingen berufen.
Wenn ein Künstler seine herrlichen Gaben versäuft und verludert, nennt man's geniales Leben, der Schreiner, der seinen Hobel vertrinkt, ist dagegen ein Lump.
— Emil Gött
Wer Phantasie hat aber kein Wissen, der hat Flügel aber keine Beine.
— Joseph Joubert
Die Regierung bringt es fertig, dass man sich winzig und erbärmlich vorkommt und einige Zeit braucht, bis man das Selbstgefühl wiedergewonnen hat.
— John Steinbeck
Das Gedächtnis mancher Menschen ist wie ein Sieb, weil ihre Gedanken nicht groß genug sind, um darin haften zu bleiben.
— John Knittel
Manche Laster lassen im Alter nach, andere werden ärger.
— Erasmus von Rotterdam
Ohne Grundsätze ist der Mensch wie ein Schiff ohne Steuer und Kompass, das von jedem Winde hin und her getrieben wird.
— Samuel Smiles
Mit Bitten herrscht die Frau und mit Befehl der Mann: Die eine, wenn sie will, der andere, wenn er kann.
— François de la Rochefoucauld
Es ist doch unter aller Menschenwürde, krank und abhängig zu sein.
— Franziska Gräfin zu Reventlow
Alle menschlichen Verfehlungen sind das Ergebnis eines Mangels an Liebe.
— Alfred Adler