Sprüche über Schwäche
700 Sprüche — Seite 11
Was im ersten Blick nach Mangel aussieht, gehört oft auf tiefere Weise zum Menschlichen dazu. Schwäche macht verletzlich, begrenzt den Anspruch an sich selbst und zwingt dazu, ohne Maske auf die eigenen Grenzen zu sehen. Gerade deshalb ist dieses Thema nicht nur unerquicklich, sondern oft der Anfang von Einsicht und Milde.
In ihr zeigt sich, ob Demut entsteht oder Bitterkeit, ob Rückzug folgt oder Reifung. Die Sprüche zu diesem Thema machen deutlich, dass Schwäche nicht bloß das Gegenteil von Stärke ist, sondern auch jene Erfahrung, aus der Verständnis, Geduld und echte innere Festigkeit erwachsen können.
Wer sich dem Zufall überlässt, ist ein hilflos treibendes Stück Holz auf dem Wasser
— Nikolaus B. Enkelmann
Die Tugend ist bei einigen Furcht vor der Gerechtigkeit, bei vielen Schwäche, bei anderen Berechnung
— Gerard de Nerval
Der Blick des Verstandes fängt an scharf zu werden, wenn der Blick der Augen an Schärfe verliert.
— Platon
Das Aufschieben wichtiger Geschäfte ist eine der gefährlichsten Krankheiten der Seele.
— Georg Christoph Lichtenberg
Dass du nicht kannst, sei dir vergeben, doch nimmermehr, dass du nicht willst.
— Henrik Johan Ibsen
Trennung lässt matte Leidenschaften verkümmern und starke wachsen.
— François de la Rochefoucauld
Wem Recht schaffende Bosheit aus den Augen strahlt, qualifiziert sich für bestimmte Jobs sicherer als jemand, der lediglich mit offenem Blick naiv dreinschaut.
— Christa Schyboll
Der Muskel wird durch starken Gebrauch gestärkt, der Nerv hingegen dadurch geschwächt. Also übe man seine Muskeln durch jede angemessene Anstrengung, hüte hingegen die Nerven vor jeder.
— Arthur Schopenhauer
Unwahrheit zerstört die Seele; Wahrheit stärkt sie.
— Mahatma Gandhi
Zeit haben, heißt Willen haben. Die Willensschwachen haben nie Zeit.
— Otto von Leixner
Sich das Rauchen abgewöhnen? Eine leichte Sache! Ich habe es schon hundertmal geschafft
— Mark Twain
Wenn die Wahrheit zu schwach ist, sich zu verteidigen, muß sie zum Angriff übergehen.
— Bertolt Brecht
Der Mensch wird geboren weich und schwach, und er stirbt hart und stark. Die Gräser und Bäume treten ins Leben weich und zart und sterben trocken und dürr. Also: Das Harte und Starke begleitet den …
— Laotse
Man verachtet nur dort, wo man nicht stark genug ist, zu lachen.
— Martin Kessel
Der Tod kann freundlich kommen, zu Menschen die alt sind, deren Hand nicht mehr festhalten will, deren Augen müde wurden, deren Stimme nur noch sagt: "Es ist genug - das Leben war schön" …
Man sieht die Sonne untergehen und erschrickt doch, wenn es Nacht wird.
Jedem Besiegten wird es schwer, den Grund seiner Niederlage an der einzig richtigen Stelle, nämlich in sich selbst zu suchen.
— Theodor Fontane
Es verrät Schwäche, bei kleinen Anlässen große Hebel in Bewegung zu setzen.
— Ernst von Feuchtersleben
Auf Erden lebt kein Menschenkind, an dem man keinen Mangel find't
Jedermann klagt über sein Gedächtnis, niemand über seinen Verstand.
— François de la Rochefoucauld