Sprüche über Schwäche
700 Sprüche — Seite 6
Was im ersten Blick nach Mangel aussieht, gehört oft auf tiefere Weise zum Menschlichen dazu. Schwäche macht verletzlich, begrenzt den Anspruch an sich selbst und zwingt dazu, ohne Maske auf die eigenen Grenzen zu sehen. Gerade deshalb ist dieses Thema nicht nur unerquicklich, sondern oft der Anfang von Einsicht und Milde.
In ihr zeigt sich, ob Demut entsteht oder Bitterkeit, ob Rückzug folgt oder Reifung. Die Sprüche zu diesem Thema machen deutlich, dass Schwäche nicht bloß das Gegenteil von Stärke ist, sondern auch jene Erfahrung, aus der Verständnis, Geduld und echte innere Festigkeit erwachsen können.
Sich selbst etwas versprechen und es nicht halten ist der nächste Weg zur Nullität und Charakterlosigkeit
— Christian Friedrich Hebbel
Mancher ertrinkt lieber, als dass er um Hilfe ruft.
— Wilhelm Busch
Schwärmerei steckt wie der Schnupfen an: Man fühlt, ich weiß nicht was, und eh' man sich erwehren kann, ist unser Kopf des Herzens nicht mehr mächtig.
— Christoph Martin Wieland
In dem Augenblick, in dem die Liebe ihr Alles gibt, macht sie zugleich bankrott.
— Christian Friedrich Hebbel
Zärtlichkeit und Güte sind keine Zeichen von Schwäche und Verzweiflung, sondern Ausdruck von Stärke und Entschlossenheit.
— Khalil Gibran
Wer sich seiner Vorfahren rühmt, ist wie eine Kartoffel: sein besterTeil liegt unter der Erde.
Wer das erste Knopfloch verfehlt, kommt mit dem Zuknöpfen nicht zu Rande.
— Johann Wolfgang von Goethe
Ein alter und erfahrener Lotse verliert sein Schiff durch zu große Selbstsicherheit. Ein junger Lotse verliert es aus Unkenntnis und Mangel an Erfahrung.
— Daniel Defoe
Das einzig Konsequente an mir ist meine ewige Inkonsequenz.
— Oscar Wilde
Der edle Mensch hilft seinen Mitmenschen, das Gute in ihnen zur Reife zu bringen, nicht aber das Schlechte. Der niedrig Gesinnte tut das Gegenteil.
— Konfuzius
Nicht das Genie ist 100 Jahre seiner Zeit voraus, sondern der Durchschnittsmensch ist um 100 Jahre hinter ihr zurück.
— Robert Musil
Ohne Herz sieht man und erkennt doch nichts, hört man und versteht doch nichts, ißt man und schmeckt doch nichts.
Unsere Zeit krankt daran, dass es zu wenige Menschen gibt und zuviele Leute.
— José Ortega y Gasset
Schändlich ist es, wenn deine Seele ermüdet, bevor der Leib müde ist
— Mark Aurel
Wer sich Großes zutraut, ohne das Zeug dazu zu haben, ist eingebildet.
— Aristoteles
Es gibt eigentlich gar keinen Genuss anders als im Gebrauch und Gefühl der eigenen Kräfte, und der größte Schmerz ist wahrgenommener Mangel an Kräften, wo man ihrer bedarf.
— Arthur Schopenhauer
Das Volk ist derjenige Teil des Staates, der nicht weiß, was er will.
— Georg Friedrich Wilhelm Hegel
Unsere Mängel sind unsere besten Lehrer. Aber gegen die besten Lehrer ist man immer undankbar
— Friedrich Nietzsche
Einen Unscheinbaren glaubt man keine Kraft.
— Stefan Zweig
Den Willigen führt das Schicksal, den Unwilligen reißt es hinfort.
— Seneca