Sprüche über Schwäche
700 Sprüche — Seite 6
Was im ersten Blick nach Mangel aussieht, gehört oft auf tiefere Weise zum Menschlichen dazu. Schwäche macht verletzlich, begrenzt den Anspruch an sich selbst und zwingt dazu, ohne Maske auf die eigenen Grenzen zu sehen. Gerade deshalb ist dieses Thema nicht nur unerquicklich, sondern oft der Anfang von Einsicht und Milde.
In ihr zeigt sich, ob Demut entsteht oder Bitterkeit, ob Rückzug folgt oder Reifung. Die Sprüche zu diesem Thema machen deutlich, dass Schwäche nicht bloß das Gegenteil von Stärke ist, sondern auch jene Erfahrung, aus der Verständnis, Geduld und echte innere Festigkeit erwachsen können.
Macht an sich ist kein Segen, außer sie wird benutzt, um Unschuldige zu schützen.
— Jonathan Swift
Das Alter hat auch gesundheitliche Vorteile. Zum Beispiel verschüttet man ziemlich viel Alkohol, den man sonst getrunken hätte.
— André Gide
Stimmungen entstehen oft aus Ursachen, über welche der Mensch nur wenig Gewalt hat, aber sie nehmen zu und werden der inneren Gemütsruhe immer verderblicher, wenn man sich in ihnen gehen lässt.
— Wilhelm von Humboldt
Gewohnheit ist oft ein Mangel an Überlegung und Erkenntnis.
— Else Pannek
Das größte Übel bei den Menschen ist ihre Unersättlichkeit.
— Menander
Gegen Angriffe kann man sich wehren, gegen Lob ist man machtlos
— Sigmund Freud
Zärtlichkeit und Güte sind keine Zeichen von Schwäche und Verzweiflung, sondern Ausdruck von Stärke und Entschlossenheit.
— Khalil Gibran
Wer sich seiner Vorfahren rühmt, ist wie eine Kartoffel: sein besterTeil liegt unter der Erde.
Ein alter und erfahrener Lotse verliert sein Schiff durch zu große Selbstsicherheit. Ein junger Lotse verliert es aus Unkenntnis und Mangel an Erfahrung.
— Daniel Defoe
Wer das erste Knopfloch verfehlt, kommt mit dem Zuknöpfen nicht zu Rande.
— Johann Wolfgang von Goethe
Das einzig Konsequente an mir ist meine ewige Inkonsequenz.
— Oscar Wilde
Einen Unscheinbaren glaubt man keine Kraft.
— Stefan Zweig
Der edle Mensch hilft seinen Mitmenschen, das Gute in ihnen zur Reife zu bringen, nicht aber das Schlechte. Der niedrig Gesinnte tut das Gegenteil.
— Konfuzius
Den Willigen führt das Schicksal, den Unwilligen reißt es hinfort.
— Seneca
Unsere Mängel sind unsere besten Lehrer. Aber gegen die besten Lehrer ist man immer undankbar
— Friedrich Nietzsche
Unsere Zeit krankt daran, dass es zu wenige Menschen gibt und zuviele Leute.
— José Ortega y Gasset
Schändlich ist es, wenn deine Seele ermüdet, bevor der Leib müde ist
— Mark Aurel
Es gibt eigentlich gar keinen Genuss anders als im Gebrauch und Gefühl der eigenen Kräfte, und der größte Schmerz ist wahrgenommener Mangel an Kräften, wo man ihrer bedarf.
— Arthur Schopenhauer
Das Volk ist derjenige Teil des Staates, der nicht weiß, was er will.
— Georg Friedrich Wilhelm Hegel
Wer sich Großes zutraut, ohne das Zeug dazu zu haben, ist eingebildet.
— Aristoteles