733 Sprüche — Seite 8
Was im ersten Blick nach Mangel aussieht, gehört oft auf tiefere Weise zum Menschlichen dazu. Schwäche macht verletzlich, begrenzt den Anspruch an sich selbst und zwingt dazu, ohne Maske auf die eigenen Grenzen zu sehen. Gerade deshalb ist dieses Thema nicht nur unerquicklich, sondern oft der Anfang von Einsicht und Milde.
In ihr zeigt sich, ob Demut entsteht oder Bitterkeit, ob Rückzug folgt oder Reifung. Die Sprüche zu diesem Thema machen deutlich, dass Schwäche nicht bloß das Gegenteil von Stärke ist, sondern auch jene Erfahrung, aus der Verständnis, Geduld und echte innere Festigkeit erwachsen können.
Der edle Mensch hilft seinen Mitmenschen, das Gute in ihnen zur Reife zu bringen, nicht aber das Schlechte. Der niedrig Gesinnte tut das Gegenteil.
— Konfuzius
Nicht das Genie ist 100 Jahre seiner Zeit voraus, sondern der Durchschnittsmensch ist um 100 Jahre hinter ihr zurück.
— Robert Musil
Unsere Mängel sind unsere besten Lehrer. Aber gegen die besten Lehrer ist man immer undankbar
— Friedrich Nietzsche
Schändlich ist es, wenn deine Seele ermüdet, bevor der Leib müde ist
— Mark Aurel
Das Volk ist derjenige Teil des Staates, der nicht weiß, was er will.
— Georg Friedrich Wilhelm Hegel
Wer sich Großes zutraut, ohne das Zeug dazu zu haben, ist eingebildet.
— Aristoteles
Ohne Herz sieht man und erkennt doch nichts, hört man und versteht doch nichts, ißt man und schmeckt doch nichts.
Den Willigen führt das Schicksal, den Unwilligen reißt es hinfort.
— Seneca
Unsere Zeit krankt daran, dass es zu wenige Menschen gibt und zuviele Leute.
— José Ortega y Gasset
Es gibt eigentlich gar keinen Genuss anders als im Gebrauch und Gefühl der eigenen Kräfte, und der größte Schmerz ist wahrgenommener Mangel an Kräften, wo man ihrer bedarf.
— Arthur Schopenhauer
Einen Unscheinbaren glaubt man keine Kraft.
— Stefan Zweig
Es steht schlimm um einen Menschen, an dem man nicht einen einzigen sympathischen Fehler entdecken kann
— Benjamin Disraeli
Beim Ratgeben sind wir alle weise, aber blind bei eigenen Fehlern.
— Euripides
Das Leben des Menschen ist wie eine Kerze im Wind.
Alle Menschen, ausgenommen die Damen, spricht der Weise, "sind mangelhaft".
— Wilhelm Busch
Eine Mücke kann dem Löwen mehr zu schaffen machen, als ein Löwe der Mücke
— Selma Lagerlöf
Der Überfluß pflegt auch den allerweisesten Verstand zu blenden
— Friedrich der Große
Die Wissenschaft, richtig verstanden, heilt den Menschen von seinem Stolz, denn sie zeigt ihm seine Grenzen
— Albert Schweitzer
Auch der beste Gaul stolpert einmal
Eine große Lehre, die man oft geben kann, ist das Geständnis der eigenen Unzulänglichkeiten.
— Denis Diderot