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Sprüche über Schwäche

700 Sprüche — Seite 9

Was im ersten Blick nach Mangel aussieht, gehört oft auf tiefere Weise zum Menschlichen dazu. Schwäche macht verletzlich, begrenzt den Anspruch an sich selbst und zwingt dazu, ohne Maske auf die eigenen Grenzen zu sehen. Gerade deshalb ist dieses Thema nicht nur unerquicklich, sondern oft der Anfang von Einsicht und Milde.

In ihr zeigt sich, ob Demut entsteht oder Bitterkeit, ob Rückzug folgt oder Reifung. Die Sprüche zu diesem Thema machen deutlich, dass Schwäche nicht bloß das Gegenteil von Stärke ist, sondern auch jene Erfahrung, aus der Verständnis, Geduld und echte innere Festigkeit erwachsen können.

  1. Bewunderung ist nur das Maß unserer Kenntnisse und beweist weniger die Vollkommenheit der Dinge als die Unvollkommenheit unseres Geistes.

    Marquis de Vauvenargues

  2. Niederlagen stählen, aber eben nur, wenn es nicht zu viele werden.

    Willy Brandt

  3. Sei nicht milde und nachsichtig, wo Strenge notwendig ist. Es wird Dir nicht als Güte, sondern als unverzeihliche Schwäche ausgelegt und Du begehst eine Sünde.

    Heinrich Martin

  4. Wie rührend: wenn jemand über die Gemeinheit der Welt klagt, weil die seinige nicht erfolgreich genug ist!

    Otto Weiss

  5. Menschen, die der Versuchung widerstehen, verschieben nur ihre Kapitulation auf morgen.

    Charles de Talleyrand

  6. Wer nichts als Chemie versteht, versteht auch die nicht recht.

    Georg Christoph Lichtenberg

  7. Wer den Menschen verachtet, ist kein großer Mensch.

    Marquis de Vauvenargues

  8. So wie ein Hund unfähig ist, sich einen Wurstvorrat anzulegen, so sind Sozialdemokraten unfähig, Geldvorräte anzulegen.

    Franz Josef Strauß

  9. Mit dem Alter nimmt Urteilskraft zu und Genie ab.

    Immanuel Kant

  10. Taktlosigkeit ist der lästigste und widerwärtigste der menschlichen Fehler, denn du kannst dich nicht gegen sie verteidigen, nicht einmal durch Grobheit.

    Anselm Feuerbach

  11. Der erste Seufzer der Liebe ist der letzte der Zurechnungsfähigkeit.

    Antoine Bret

  12. Die Herren dieser Art blend't oft zu viel Licht, sie seh'n den Wald vor lauter Bäumen nicht.

    Christoph Martin Wieland

  13. Keine Regierung und keine Bataillone vermögen Recht und Freiheit zu schützen, wo der Bürger nicht imstande ist, selber vor die Haustüre zu treten und nachzusehen, was es gibt

    Gottfried Keller

  14. Am Tag ist die Eule blind, bei Nacht die Krähe. Wen aber die Liebe verblendet, der ist blind bei Tag und Nacht.

  15. Das Gesetz ist lückenhaft, das Recht ist lückenlos.

    Joseph Unger

  16. Mancher geht los wie ein Donner und fällt wie Staub auf die Erde.

  17. Es ist besser in Ehren zu versagen, als durch Betrug erfolgreich zu sein.

    Sophokles

  18. Wer in dem Elend dieses Lebens keine Philosophie besitzt, gleicht einem Mann, der bloßen Kopfes in einem Platzregen spazierengeht.

    Claude Tillier

  19. Seine kleinsten Vorzüge kann man nicht schnell genug entdecken, mit seinen Gebrechen hat man es nicht so eilig

    Jean de la Bruyère

  20. Jeder ist ein Trottel, nur auf jeweils auf einem anderen Gebiet.

    William Penn Adair Rogers