733 Sprüche — Seite 9
Was im ersten Blick nach Mangel aussieht, gehört oft auf tiefere Weise zum Menschlichen dazu. Schwäche macht verletzlich, begrenzt den Anspruch an sich selbst und zwingt dazu, ohne Maske auf die eigenen Grenzen zu sehen. Gerade deshalb ist dieses Thema nicht nur unerquicklich, sondern oft der Anfang von Einsicht und Milde.
In ihr zeigt sich, ob Demut entsteht oder Bitterkeit, ob Rückzug folgt oder Reifung. Die Sprüche zu diesem Thema machen deutlich, dass Schwäche nicht bloß das Gegenteil von Stärke ist, sondern auch jene Erfahrung, aus der Verständnis, Geduld und echte innere Festigkeit erwachsen können.
Wenn die Gemeinheit Genie hat und der Anstand Talent, ist der Anstand verloren.
— Emil Gött
Hoffnungslosigkeit ist ein echter Grund für Misserfolg
— Dalai Lama
Schlauheit ist die Kunst, eigene Fehler zu verbergen und die Schwächen anderer bloßzulegen.
— William Hazlitt
Wir mögen keinem gerne gönnen, dass er was kann, was wir nicht können
— Wilhelm Busch
Lieblose Kritik ist ein Schwert, das scheinbar den anderen, in Wirklichkeit aber den eigenen Herrn verstümmelt.
— Christian Morgenstern
Je weniger man zustande bringt, desto kürzer scheint das Leben.
— Wilhelm von Humboldt
Solange sich ein Mensch einbildet, etwas nicht zu können, solange ist es ihm unmöglich es zu tun.
— Baruch de Spinoza
Gerechtigkeit ist der Strohhalm des Wehrlosen; Rache des Verletzten.
— Else Pannek
Es saufen tausend sich zu Tod, eh einer stirbt an Durstes Not.
— Bernhard Freidank
Suche nicht das Abenteuer, aber gehe ihm nicht aus dem Weg.
Die alten Leute geben gerne gute Verhaltensmaßregeln, um sich darüber zu trösten, dass sie nicht mehr imstande sind, schlechte Beispiele abzugeben.
— François de la Rochefoucauld
Die Statistik ist die erste der ungenauen Wissenschaften.
— Jules de Goncourt
Die meisten Menschen können nicht messen, weder auf dem Gebiet der Kunst, noch der Menschenkenntnis, und darum die mittleren von den höchsten Werten nicht unterscheiden.
— August Pauly
Die Gerechtigkeit wächst nicht auf einem mit Lastern gedüngten Boden.
— Romain Rolland
Charakter ist ein Fels, an welchem gestrandete Schiffe landen und anstürmende scheitern.
— Jean Paul
Wer kämpft, kann verlieren, wer nicht kämpft, hat schon verloren
— Bertolt Brecht
Haben Frauen erstmal wirklich gründlich ihren inneren männlichen Anteil entwickelt, hinkt das Original oft nur noch schlapp hinterher.
— Christa Schyboll
Wer sich weigert, eine einmalige Gelegenheit wahrzunehmen, verliert den Preis so sicher als ob er gescheitert wäre
— William James
Man fällt nicht über seine Fehler! Man fällt immer über seine Feinde, die diese Fehler ausnutzen.
— Kurt Tucholsky
Der Mangel an Urteilskraft ist eigentlich das, was man Dummheit nennt,und einem solochen Gebrechen ist leider gar nicht abzuhelfen.
— Immanuel Kant