Sprüche über Schwäche
700 Sprüche — Seite 17
Was im ersten Blick nach Mangel aussieht, gehört oft auf tiefere Weise zum Menschlichen dazu. Schwäche macht verletzlich, begrenzt den Anspruch an sich selbst und zwingt dazu, ohne Maske auf die eigenen Grenzen zu sehen. Gerade deshalb ist dieses Thema nicht nur unerquicklich, sondern oft der Anfang von Einsicht und Milde.
In ihr zeigt sich, ob Demut entsteht oder Bitterkeit, ob Rückzug folgt oder Reifung. Die Sprüche zu diesem Thema machen deutlich, dass Schwäche nicht bloß das Gegenteil von Stärke ist, sondern auch jene Erfahrung, aus der Verständnis, Geduld und echte innere Festigkeit erwachsen können.
Nichts ist erbärmlicher als die Resignation, die zu früh kommt.
— Marie von Ebner-Eschenbach
Das Recht ist die Waffe des Schwachen.
— Gustav Walter Heinemann
Gegenüber sehr attraktiven Frauen ist meist der Mann der Schutzbedürftige.
— Oscar Wilde
Wir wünschen Alter alle Tage, und kommt es, hört man nichts als Klage.
— Bernhard Freidank
Gute Vorsätze sind grüne Früchte, die abfallen, ehe sie reif sind.
— Johann Nepomuk Nestroy
Es gibt mehr Leute, die kapitulieren, als solche, die scheitern.
— Henry Ford
Die Liebe macht blind für den geliebten Gegenstand.
— Plutarch
Bist du alt, so gehorche deinen Kindern!
Ein deutliches Zeichen eines im Grunde unedlen Menschen ist die Undankbarkeit. Sie stellt ihn unter die edleren Tiere, die alle dankbar sind.
— Carl Hilty
Nicht die Vollkommenen brauchen Liebe, sondern die Unvollkommenen
— Oscar Wilde
Das Wort 'unmöglich' gibt es nur im Wörterbuch von Narren.
— Napoleon
Leute, die sich die Finger verbrennen, verstehen nichts vom Spiel mit dem Feuer
— Oscar Wilde
Frauen lassen sich durch Schmeicheleien nie entwaffnen, Männer immer.
— Oscar Wilde
Erst wenn man glaubt, verloren zu haben, fängt die wirkliche Niederlage an.
Den seelischen Wert einer Frau erkennst du daran, wie sie zu altern versteht.
— Christian Morgenstern
Die einseitige Ausbildung der geistigen Fähigkeiten bei Vernachlässigung der körperlichen, führt mit Notwendigkeit zur körperlichen Verkrüppelung…
— Wilhelm Liebknecht
Manche Männer sind, wenn sie ohne Frauen bleiben, ruhmlos wie ein Tag, der keine Sonne hatte.
— Hildegard von Bingen
Wer den Lebensbecher bis auf den Grund ausleeren will, muss sich vernünftigerweise auf die gewöhnliche Hefe gefasst machen
— Karl Julius Weber
Wer die Geduld verliert, verliert die Kraft
— Augustinus
Wir wissen, dass durch Naturnotwendigkeit jeder über den herrscht, über welchen er Gewalt hat.
— Thukydides