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Sprüche über Schwäche

700 Sprüche — Seite 16

Was im ersten Blick nach Mangel aussieht, gehört oft auf tiefere Weise zum Menschlichen dazu. Schwäche macht verletzlich, begrenzt den Anspruch an sich selbst und zwingt dazu, ohne Maske auf die eigenen Grenzen zu sehen. Gerade deshalb ist dieses Thema nicht nur unerquicklich, sondern oft der Anfang von Einsicht und Milde.

In ihr zeigt sich, ob Demut entsteht oder Bitterkeit, ob Rückzug folgt oder Reifung. Die Sprüche zu diesem Thema machen deutlich, dass Schwäche nicht bloß das Gegenteil von Stärke ist, sondern auch jene Erfahrung, aus der Verständnis, Geduld und echte innere Festigkeit erwachsen können.

  1. Mittelmäßige Geister verurteilen gewöhnlich alles, was über ihren Horizont geht.

    François de la Rochefoucauld

  2. Die Maus ist ein Tier, dessen Pfad mit in Ohnmacht fallenden Frauen übersät ist.

    Ambrose Bierce

  3. Unsere kleinen Irrtümer und die kleinen Schwächen sind es, die uns gegenseitig liebenswert machen.

    Johann Wolfgang von Goethe

  4. Ein Pferd hat vier Beine und stolpert doch.

  5. Und ein scharfsichtiger Fremder, der in ein Haus tritt, bemerkt oft gleich, was der Hausherr aus Nachsicht, Gewohnheit oder Gutmütigkeit übersieht oder ignoriert.

    Johann Wolfgang von Goethe

  6. Denk an deine eigenen Fehler im ersten Teil der Nacht, wenn du wach daliegst; denk an die Fehler eines anderen im zweiten Teil der Nacht, wenn du schläfst.

  7. Man fällt anderen oft lästig, wenn man glaubt, ihnen nie zur Last fallen zu können.

    François de la Rochefoucauld

  8. Der Ausdruck "ein Wunder" entlockt mir immer ein inneres Lächeln über den Mangel an Logik; denn in jeder Minute sehen wir Wunder und nichts als solche.

    Otto von Bismarck

  9. Der Beweis von Heldentum liegt nicht im Gewinnen einer Schlacht, sondern im Ertragen einer Niederlage

    David Lloyd George

  10. Wer nach Rache strebt, hält seine eigenen Wunden offen.

    Francis Bacon

  11. Ein verliebter Mann hält jeden Pickel für ein Grübchen.

  12. Peinlich ist es zu kämpfen mit einem Menschen, der zur Niederlage bereit ist.

    Seneca

  13. Selbst nichts leisten können, ist nur ohnmächtig Und eigengeschlechtig: Aber es denen missgönnen, die was können, das ist niederträchtig.

    Felix Dahn

  14. Das Recht ist die Waffe des Schwachen.

    Gustav Walter Heinemann

  15. Wer seine eigene Freiheit sichern will, muss selbst seinen Feind vor Unterdrückung schützen.

    Thomas Paine

  16. Ein verlottertes Feld stürzt dich zeitweilig in Not, eine falsche Ehefrau ruiniert dich fürs Leben.

  17. Wenn wir unseren Leidenschaften widerstehen, danken wir es mehr ihrer Schwäche als unserer Stärke.

    François de la Rochefoucauld

  18. Das Schicksal ist: die Vollmacht des Tyrannen für seine Verbrechen, die Entschuldigung des Toren für sein Versagen.

    Ambrose Bierce

  19. Der Mann ist so beschaffen, dass er dem vernünftigsten Argument eines Mannes widersteht, aber dem unvernünftigsten Blick einer Frau erliegt.

    Honoré de Balzac

  20. Nichts ist erbärmlicher als die Resignation, die zu früh kommt.

    Marie von Ebner-Eschenbach