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Sprüche über Schwäche

700 Sprüche — Seite 22

Was im ersten Blick nach Mangel aussieht, gehört oft auf tiefere Weise zum Menschlichen dazu. Schwäche macht verletzlich, begrenzt den Anspruch an sich selbst und zwingt dazu, ohne Maske auf die eigenen Grenzen zu sehen. Gerade deshalb ist dieses Thema nicht nur unerquicklich, sondern oft der Anfang von Einsicht und Milde.

In ihr zeigt sich, ob Demut entsteht oder Bitterkeit, ob Rückzug folgt oder Reifung. Die Sprüche zu diesem Thema machen deutlich, dass Schwäche nicht bloß das Gegenteil von Stärke ist, sondern auch jene Erfahrung, aus der Verständnis, Geduld und echte innere Festigkeit erwachsen können.

  1. Wer zu schwach ist, dir zu nutzen, ist noch stark genug, dir zu schaden

  2. Man vergisst die Reuse, wenn die Fische gefangen sind.

  3. Es ist eine Schwäche großer Herren, mit dem Grundbaß von "Ich sage etwas" zu reden, zur Marter der Zuhörer: Bei jedem Satz horchen sie nach Beifall oder Schmeichelei und treiben die Geduld der K …

    Baltasar Gracián y Morales

  4. Der Mensch, der sich vielen Glückes und seiner Schwäche bewusst ist, wird abergläubig, flüchtet zum Gebet.

    Georg Christoph Lichtenberg

  5. Die Gesetze der Natur sind wunderbar, aber ihr Räderwerk zermalmt viele Insekten wie die Regierungen viele Menschen.

    Antoine de Rivarol

  6. Das Schwache ist ein Charakterzug unseres Jahrhunderts.

    Johann Wolfgang von Goethe

  7. Eine Frau ohne Schmuck ist eine Mühle ohne Mühlstein.

  8. Ach, wie bald schwindet Schönheit und Gestalt.

    Wilhelm Hauff

  9. Weibliche Richter und Anwälte können wir nicht brauchen und zum ärztlichen Beruf fehlen ihnen die körperlichen Kräfte wie gewisse Charaktereigenschaften.

    Felix Dahn

  10. Der Empfindsame ist der Waffenlose unter lauter Bewaffneten.

    Berthold Auerbach

  11. Auf gebeugtem Rücken und eingezogenen Schultern nimmt jede Last Platz.

    Else Pannek

  12. Es gibt Menschen, die das Leben erleiden und es gibt Menschen, die das Leben nach eigenem Willen gestalten.

    Charles Ferdinand Ramuz

  13. Das Gefühl, nicht ganz in Ordnung zu sein, ist ekelhaft. Man ist bloß ein halber Mensch.

    Ludwig Thoma

  14. Gegen einen matten, von tausend Rücksichten gelähmten, kaum noch vorhandenen Entschluß ist oft der Schein des Widerstandes genug.

    Carl Philipp Gottfried von Clausewitz

  15. Manche Leute wollen nie, sondern "möchten" bloß

    Walter Calé

  16. Ein leeres Vorurteil ist das Alter, die schnöde Frucht von dem tollen Wahn, dass der Geist abhänge vom Körper.

    Friedrich Schleiermacher

  17. Am Ende des längsten Lebens sind wir immer noch Anfänger.

    John Henry Newman

  18. Wer nichts weiß, muss alles glauben

    Marie von Ebner-Eschenbach

  19. Niemand köpft leichter als jene, die keine Köpfe haben.

    Friedrich Dürrenmatt

  20. Das Alter hat zwei große Vorteile: Die Zähne tun nicht mehr weh, und man hört nicht mehr all das dumme Zeug, das ringsum gesagt wird.

    George Bernard Shaw