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Sprüche über Schwäche

700 Sprüche — Seite 31

Was im ersten Blick nach Mangel aussieht, gehört oft auf tiefere Weise zum Menschlichen dazu. Schwäche macht verletzlich, begrenzt den Anspruch an sich selbst und zwingt dazu, ohne Maske auf die eigenen Grenzen zu sehen. Gerade deshalb ist dieses Thema nicht nur unerquicklich, sondern oft der Anfang von Einsicht und Milde.

In ihr zeigt sich, ob Demut entsteht oder Bitterkeit, ob Rückzug folgt oder Reifung. Die Sprüche zu diesem Thema machen deutlich, dass Schwäche nicht bloß das Gegenteil von Stärke ist, sondern auch jene Erfahrung, aus der Verständnis, Geduld und echte innere Festigkeit erwachsen können.

  1. Der Erfolg hat viele Väter, der Misserfolg höchstens einen amtlich bestellten Vormund.

    Herbert Henry Asquith

  2. Wer nicht die Kraft hat, sich selbst zu vollenden, kann auch anderen keine dauernde Hilfe bringen.

    Prentice Mulford

  3. Unglück fürchten, Hindernisse voraussehen, über möglichen Schwierigkeiten brüten, das ist ruinierend und der sicherste Weg zu äußerlicher oder innerlicher Armut.

    Prentice Mulford

  4. Wer eine gute Sache, die er den Menschen anbietet, selbst niedrig einschätzt, der sendet eine Kraft von sich, die auch andere seine gute Sache missachten lehrt.

    Prentice Mulford

  5. Nichts schädigt das Individuum mehr als Selbstverkleinerung.

    Prentice Mulford

  6. Wer sich selbst gering wertet, wird von anderen nicht so hoch eingeschätzt, wie es der Fall wäre, wenn er Selbstachtung zeigte

    Prentice Mulford

  7. Den Interessen unseres Volkes wird nicht gerecht, wer schon Amen sagt, wenn in Washington noch gebetet wird.

    Willy Brandt

  8. Mennschsein heißt sich minderwertig zu fühlen und nach Überlegenheit zu trachten.

    Alfred Adler

  9. Ein Übel gibt es, von dem auf die Dauer die Ärzte uns immer heilen: Unsere Leichtgläubigkeit ihnen gegenüber.

    Jean Antoine Petit-Senn

  10. Das Mißgeschick, das uns nachsichtig gegen andere macht, macht sie oft hart gegen uns selbst.

    Jean Antoine Petit-Senn

  11. Es ist eine viel schlimmere Art des Stolzes, andere zu verkleinern, als sich selbst zu erheben.

    Francesco Petrarca

  12. Auch große Kraft wird schwach unter dem Gegendruck von noch größerer Kraft, und dem Zwang des Unvermeidlichen muss alles erliegen.

    Francesco Petrarca

  13. Keine Ermüdung ist größer als die des Geistes.

    Francesco Petrarca

  14. Alle Mängel im menschlichen Leben sind keine Veranlassung zu weinerlicher Klage, sondern eine Aufgabe

    Paul de Lagarde

  15. Gäbe es keine Politik, so hätte der Bürger bloß sein Innenleben, also nichts, was ihn ausfüllen könnte

    Karl Kraus

  16. … schneller, wie die Welle steigt und fällt, treibt uns das Schicksal auf dem Meer des Lebens

    Theodor Körner

  17. Selbst der Fleißigste ist ohne Phantasie nichts

    Heinrich Schliemann

  18. Wie es in der materiellen Produktion und Konsumtion einen schädlichen Luxus gibt, so auch in der Literatur

    Wilhelm Schulz

  19. Ohne Seele wäre die Welt ein Haufen Kehricht.

    Hermann Stehr

  20. Der Zorn ist die Stärke der Dummen und Schwachen. Der große, gewaltige Mann ist milde.

    Hermann Stehr