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Sprüche über Schwäche

700 Sprüche — Seite 26

Was im ersten Blick nach Mangel aussieht, gehört oft auf tiefere Weise zum Menschlichen dazu. Schwäche macht verletzlich, begrenzt den Anspruch an sich selbst und zwingt dazu, ohne Maske auf die eigenen Grenzen zu sehen. Gerade deshalb ist dieses Thema nicht nur unerquicklich, sondern oft der Anfang von Einsicht und Milde.

In ihr zeigt sich, ob Demut entsteht oder Bitterkeit, ob Rückzug folgt oder Reifung. Die Sprüche zu diesem Thema machen deutlich, dass Schwäche nicht bloß das Gegenteil von Stärke ist, sondern auch jene Erfahrung, aus der Verständnis, Geduld und echte innere Festigkeit erwachsen können.

  1. Manchmal ergreift das altern zuerst den Körper, manchmal aber auch den Geist.

    Michel de Montaigne

  2. Eine gesunde Seele kann nicht in einem trockenen Körper wohnen.

    Francois Rabelais

  3. Geistige Größe kann alle körperlichen Gebrechen unsichtbar machen.

  4. Die letzte Schlußfolgerung der Vernunft ist, dass sie einsieht, dass es eine Unzahl von Dingen gibt, die ihr Fassungsvermögen übersteigen. Sie ist nur schwach, wenn sie nicht zu dieser Einsicht gelang …

    Blaise Pascal

  5. In der Nacht hat der Mensch nur ein Nachthemd an, und darunter kommt gleich sein Charakter.

    Robert Musil

  6. Ein Tontopf wird früher oder später brechen, ein Feldherr früher oder später fallen.

  7. Heiter muß man die Gebrechen hinnehmen, die der Himmel schickt oder die Zeit herbeiführt.

    Joseph Joubert

  8. Tabak ohne Kaffee ist wie ein Fürst ohne Pelz.

  9. Ein Buch, das man stützt, ist ein Buch, das sinkt.

    Antoine de Rivarol

  10. In der Liebe sind wir immer die gutgläubigen Wilden und die Frauen die geschickten Kaufleute.

    Guy de Maupassant

  11. Eitelkeit ist die Klippe, an der die meisten Großen, gar viele Gelehrte und alle Weiber scheitern

    Karl Julius Weber

  12. Alter macht weiß, nicht weise

  13. Man muss keine Jugendfehler ins Alter hineinnehmen, denn das Alter führt seine eigenen Mängel mit sich.

    Johann Peter Eckermann

  14. Ohne Gelegenheit ist die Hand des Starken in Fesseln; nützet dem Löwen die Kraft, dem man die Klaue geraubt?

    Johann Gottfried Herder

  15. Unsere Seele muss, wenn sie nicht verkommen will, jeden Tag ihre Wäsche wechseln.

    Gottfried Keller

  16. Die eifrigsten Reformer haben lernen müssen, dass sie sich jediglicher Macht berauben, wenn sie den schwerfälligen Massen zu weit voraneilen.

    Woodrow Wilson

  17. Über manche Gedankenlücke bilden Zitate die Eselsbrücke.

    Ludwig Anton Salomon Fulda

  18. Schwimmt man lang im Abgrund der Gedanken, so wird man matt

    Lord Byron

  19. Wenn man die Verteidigung nicht widerlegen kann, tadelt man die Art derselben

    Joseph Joubert

  20. Die Konsequenz der Natur tröstet schön über die Inkonsequenz der Menschen.

    Johann Wolfgang von Goethe