733 Sprüche — Seite 3
Was im ersten Blick nach Mangel aussieht, gehört oft auf tiefere Weise zum Menschlichen dazu. Schwäche macht verletzlich, begrenzt den Anspruch an sich selbst und zwingt dazu, ohne Maske auf die eigenen Grenzen zu sehen. Gerade deshalb ist dieses Thema nicht nur unerquicklich, sondern oft der Anfang von Einsicht und Milde.
In ihr zeigt sich, ob Demut entsteht oder Bitterkeit, ob Rückzug folgt oder Reifung. Die Sprüche zu diesem Thema machen deutlich, dass Schwäche nicht bloß das Gegenteil von Stärke ist, sondern auch jene Erfahrung, aus der Verständnis, Geduld und echte innere Festigkeit erwachsen können.
Wundern muss ich mich sehr, dass Hunde die Menschen so lieben. Denn ein erbärmlicher Schuft gegen den Hund ist der Mensch.
— Christian Friedrich Hebbel
In der Sprache, in der man am schlechtesten spricht, kann man am wenigsten lügen
— Christian Friedrich Hebbel
Die Schilderung der schlechten Charaktere gelingt oft besser als die der guten, weil sie in uns selber schlummern.
— Friedrich Georg Jünger
Nur die Hälfte des Weges zurücklegen und dann schwach werden, das ist es, was du am meisten fürchten solltst.
Alle Erziehung, ja alle geistige Beeinflussung beruht vornehmlich auf Bestärken und Schwächen.Man kann niemanden zu etwas bringen, der nicht schon dunkel auf dem Wege dahin ist, und niemanden von etwa …
— Christian Morgenstern
Habe nie Angst davor, in der Minderheit zu sein. Wenn das Recht bei der Minderheit liegt, wird die Minderheit eines Tages die Mehrheit sein.
— William Jennings Bryan
Wenn die Guten nicht kämpfen, werden die Schlechten siegen
— Platon
Es ist gut, dass niemand fehlerfrei ist; denn er würde keinen einzigen Freund in der Welt haben.
— William Hazlitt
Wer nicht kann, was er will, muss wollen, was er kann.
— Leonardo da Vinci
Die Gerechtigkeit ist das Recht des Schwächeren.
— Joseph Joubert
Die Hoffnungslosigkeit ist schon die vorweggenommene Niederlage.
— Karl Theodor Jaspers
Gottes Schutz scheint uns leicht entbehrlich, solange wir ihn besitzen. Zu unserem eigenen Nutzen und Wohl entzieht ihn Gott zuweilen, damit wir erkennen, dass ohne Gottes Schutz der Mensch ein …
— Antonius von Padua
Der König, der die Unterstützung seiner Bürger verliert, ist kein König mehr.
— Aristoteles
Ich will lieber geschäftlich als charakterlich versagen.
— Michel de Montaigne
Ein Verstand, der nur Logik ist, gleicht einem Messer, das nichts ist als Klinge. Die Hand wird blutig beim Gebrauch.
— Rabindranath Tagore
Jene, die ihre Sehnsucht zu zügeln wissen, können das nur, weil ihre Sehnsucht schwach genug ist, beherrscht zu werden.
— William Blake
Wer neidet, ist blind. Wer hasst, ist taub. Wer zürnt, der lahmt. Nur wer liebt, hat keine Gebrechen.
Wir alle haben unsern Sparren, doch sagen tun es nur die Narren. Der Weise schweigt.
— Wilhelm Busch
Die Welt ist wie ein trunkener Bauer; hebt man ihn auf der einen Seite in den Sattel, fällt er auf der anderen Seite wieder herab.
— Martin Luther
Viele verlieren den Verstand deshalb nicht, weil sie keinen haben.
— Baltasar Gracián y Morales