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Sprüche über Schwäche

700 Sprüche — Seite 27

Was im ersten Blick nach Mangel aussieht, gehört oft auf tiefere Weise zum Menschlichen dazu. Schwäche macht verletzlich, begrenzt den Anspruch an sich selbst und zwingt dazu, ohne Maske auf die eigenen Grenzen zu sehen. Gerade deshalb ist dieses Thema nicht nur unerquicklich, sondern oft der Anfang von Einsicht und Milde.

In ihr zeigt sich, ob Demut entsteht oder Bitterkeit, ob Rückzug folgt oder Reifung. Die Sprüche zu diesem Thema machen deutlich, dass Schwäche nicht bloß das Gegenteil von Stärke ist, sondern auch jene Erfahrung, aus der Verständnis, Geduld und echte innere Festigkeit erwachsen können.

  1. Ein Mann ohne Geld ist ein Bogen ohne Pfeil.

    Thomas Fuller

  2. Die meisten Menschen verziehen die Miene und sprechen lauter, wenn ihre Stärke nachlässt

    Michel de Montaigne

  3. Nur wer verzagend das Steuer loslässt, ist im Sturm verloren

    Franz Emanuel August Geibel

  4. Wer sich dem Selbstmitleid ergibt, kann auch nur von dieser Seite Sympathie erwarten.

    Benjamin Franklin

  5. Ein großes Licht war der Mann eben nicht, aber ein großer Leuchter. Er handelt mit anderer Leute Meinungen.

    Georg Christoph Lichtenberg

  6. Ein Fehler, den man mit einem anderen Menschen teilt, verbindet tiefer als ein gemeinsamer Vorzug.

    Hermann Bahr

  7. Es gibt kaum einen menschlichen Beruf, der so alles Untüchtige ausstößt wie der des Seemanns.

    Heinrich von Treitschke

  8. Einer, der sich selbst krümmt, kann andere nicht gerade machen.

  9. Wer jung ist, glaubt nie, dass er alt wird.

    John Steinbeck

  10. Hinter allem menschlichen Leid türmen sich Berge von Unwissenheit, riesige schwarze Wolken falschen Denkens, gespenstische Schwäche des Fleisches.

    John Knittel

  11. Hütet euch jene schwächliche Resignation, von welcher der nächste Schritt zur Gleichgültigkeit führt, zu befördern oder sie gar hervorzurufen wollen.

    Wilhelm Raabe

  12. Im Leben kommt einmal die Zeit, da man sich darüber klarwerden muss, was besser ist, zu zertreten oder zertreten werden.

    John Knittel

  13. Ich weiß nicht, welches das größere Laster ist, immer völlig nüchtern oder ab und zu völlig betrunken zu sein.

    John Knittel

  14. Wir leben in einer Welt, in der ein jeglicher bei weiten mehr auf die Schwächen, Laster und Untugenden des anderen angewiesen ist als auf seine Tugenden.

    Wilhelm Raabe

  15. Nimm keinen Rat von deinen Ängsten

    George Smith Patton

  16. Alles selbst machen zu wollen, ist das Kennzeichen des Unbegabten.

    Richard von Schaukal

  17. Die Bedrohung durch den Stärksten bewirkt bei mir, dass ich mich auf die Seite des Schwächeren stelle.

    Francois René de Chateaubriand

  18. Die menschliche Natur ist schwach, der Einfluss der Umgebung stark.

    Sir Arthur Conan Doyle

  19. Wir bedürfen eines kleinen Kreises, um groß zu sein, und wir sind klein, wenn wir die Welt umfassen wollen.

    Theodor Fontane

  20. Eine Sonne ist der Mensch, allsehend, allverklärend wenn er liebt. Und liebt er nicht, so ist er eine dunkle Wohnung, wo ein rauchend Lämpchen brennt.

    Johann Christian Friedrich Hölderlin