Sprüche über Schwäche
700 Sprüche — Seite 27
Was im ersten Blick nach Mangel aussieht, gehört oft auf tiefere Weise zum Menschlichen dazu. Schwäche macht verletzlich, begrenzt den Anspruch an sich selbst und zwingt dazu, ohne Maske auf die eigenen Grenzen zu sehen. Gerade deshalb ist dieses Thema nicht nur unerquicklich, sondern oft der Anfang von Einsicht und Milde.
In ihr zeigt sich, ob Demut entsteht oder Bitterkeit, ob Rückzug folgt oder Reifung. Die Sprüche zu diesem Thema machen deutlich, dass Schwäche nicht bloß das Gegenteil von Stärke ist, sondern auch jene Erfahrung, aus der Verständnis, Geduld und echte innere Festigkeit erwachsen können.
Ein Mann ohne Geld ist ein Bogen ohne Pfeil.
— Thomas Fuller
Die meisten Menschen verziehen die Miene und sprechen lauter, wenn ihre Stärke nachlässt
— Michel de Montaigne
Nur wer verzagend das Steuer loslässt, ist im Sturm verloren
— Franz Emanuel August Geibel
Wer sich dem Selbstmitleid ergibt, kann auch nur von dieser Seite Sympathie erwarten.
— Benjamin Franklin
Ein großes Licht war der Mann eben nicht, aber ein großer Leuchter. Er handelt mit anderer Leute Meinungen.
— Georg Christoph Lichtenberg
Ein Fehler, den man mit einem anderen Menschen teilt, verbindet tiefer als ein gemeinsamer Vorzug.
— Hermann Bahr
Es gibt kaum einen menschlichen Beruf, der so alles Untüchtige ausstößt wie der des Seemanns.
— Heinrich von Treitschke
Einer, der sich selbst krümmt, kann andere nicht gerade machen.
Wer jung ist, glaubt nie, dass er alt wird.
— John Steinbeck
Hinter allem menschlichen Leid türmen sich Berge von Unwissenheit, riesige schwarze Wolken falschen Denkens, gespenstische Schwäche des Fleisches.
— John Knittel
Hütet euch jene schwächliche Resignation, von welcher der nächste Schritt zur Gleichgültigkeit führt, zu befördern oder sie gar hervorzurufen wollen.
— Wilhelm Raabe
Im Leben kommt einmal die Zeit, da man sich darüber klarwerden muss, was besser ist, zu zertreten oder zertreten werden.
— John Knittel
Ich weiß nicht, welches das größere Laster ist, immer völlig nüchtern oder ab und zu völlig betrunken zu sein.
— John Knittel
Wir leben in einer Welt, in der ein jeglicher bei weiten mehr auf die Schwächen, Laster und Untugenden des anderen angewiesen ist als auf seine Tugenden.
— Wilhelm Raabe
Nimm keinen Rat von deinen Ängsten
— George Smith Patton
Alles selbst machen zu wollen, ist das Kennzeichen des Unbegabten.
— Richard von Schaukal
Die Bedrohung durch den Stärksten bewirkt bei mir, dass ich mich auf die Seite des Schwächeren stelle.
— Francois René de Chateaubriand
Die menschliche Natur ist schwach, der Einfluss der Umgebung stark.
— Sir Arthur Conan Doyle
Wir bedürfen eines kleinen Kreises, um groß zu sein, und wir sind klein, wenn wir die Welt umfassen wollen.
— Theodor Fontane
Eine Sonne ist der Mensch, allsehend, allverklärend wenn er liebt. Und liebt er nicht, so ist er eine dunkle Wohnung, wo ein rauchend Lämpchen brennt.
— Johann Christian Friedrich Hölderlin