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Sprüche über Schwäche

700 Sprüche — Seite 32

Was im ersten Blick nach Mangel aussieht, gehört oft auf tiefere Weise zum Menschlichen dazu. Schwäche macht verletzlich, begrenzt den Anspruch an sich selbst und zwingt dazu, ohne Maske auf die eigenen Grenzen zu sehen. Gerade deshalb ist dieses Thema nicht nur unerquicklich, sondern oft der Anfang von Einsicht und Milde.

In ihr zeigt sich, ob Demut entsteht oder Bitterkeit, ob Rückzug folgt oder Reifung. Die Sprüche zu diesem Thema machen deutlich, dass Schwäche nicht bloß das Gegenteil von Stärke ist, sondern auch jene Erfahrung, aus der Verständnis, Geduld und echte innere Festigkeit erwachsen können.

  1. Auf irgendeine Weise sind alle Menschen Krüppel

    Hermann Stehr

  2. Das Schweigen allein ist groß; alles andere ist Schwäche.

    Alfred de Vigny

  3. Was wären in dieser Welt die Starken, ohne Unterstützung der Schwachen?

    Otto Weiss

  4. Vom einen schnackt er, das andre tut er. Das ist ein Charakter, wenn auch kein guter.

    Adolf von Wilbrandt

  5. Ein Rezensent, das ist ein Mann, der alles weiß und gar nichts kann!

    Ernst von Wildenbruch

  6. Kein weiser Mann ward je genannt, bei dem man nicht ein Torheit fand.

    Georg Rollenhagen

  7. Nur indem wir beständig von dem Gefühl unserer Unvollkommenheit begleitet werden, vervollkommnen wir uns.

    Helene von Druskowitz

  8. Du musst siegen oder fallen, besiegt von einem ist besiegt von allen.

    Camillo Benso Graf von Cavour

  9. Versagen war stets Frauensitte, doch lieben sie, dass man sie bitte.

    Bernhard Freidank

  10. Die blasseste Tinte ist besser als das beste Gedächtnis.

  11. Es ist wirklich schwer einzusehen, wie Menschen, die der Gewohnheit, sich selbst zu regieren, vollständig entsagt haben, im stande sein könnten, diejenigen gut auszuwählen, die sie regieren sollen.

    Charles Alexis Henri Clérel de Tocqueville

  12. Glückliches Land, wo der Gesellschaft die Laster des Menschen fast ebenso nützen wie seine Tugenden.

    Charles Alexis Henri Clérel de Tocqueville

  13. Nie war ich überzeugter als heute, dass nur die Freiheit und die Religion in einer gemeinsamen Bemühung die Menschen aus dem Sumpf herausziehen können, in den die Demokratie sie stößt, sobald eine die …

    Charles Alexis Henri Clérel de Tocqueville

  14. Tiefes Eindringen und Festigkeit des Charakters wird man bei einer reizbaren Phantasie wohl immer vergebens suchen.

    Christian Gottfried Ehrenberg

  15. Mancher Mensch gibt nur dann Beweise seiner Stärke, wenn es sich um seine Schwäche handelt.

    Joszef Freiherr von Eötvös

  16. Stößt dich ein Blinder, so ärgere dich nicht

  17. Ein Mann kann oft versagen, aber er wird erst zum Versager, wenn er beginnt, andere dafür verantwortlich zu machen.

    John Burroughs

  18. Unsere größte Not liegt im inneren Versiegen der Lebensquellen, und kein Mittel von draußen her kann diese Not erfassen und lindern.

    Sebastian Faber

  19. Mit dem Alter beginnen die Schwächen des Lebens; umso mehr muss die Seele ihnen standzuhalten bereit sein.

    Theodor Toeche-Mittler

  20. Später Dank und späte Freuden gleichen der Wintersonne: sie wärmen wenig und wecken müde Kräfte

    Theodor Toeche-Mittler