August Sprüche
1904 Sprüche — Seite 26
So wie Martin es will, zeigt sich dann der ganze April. (13. April)
Gewitter am St. Georgstag, ein kühles Jahr bedeuten mag. (23. April)
Am Neujahrstag Sonnenschein, läßt das Jahr uns fruchtbar sein.
Markarius das Wetter prophezeit für die ganze Erntezeit. (04. Jan.)
Dreikönigsabend hell und klar, verspricht ein gutes Erntejahr. (06. Jan.)
Die Heiligen Drei Könige kommen oder gehen im Wasser. (06. Jan.)
St. Valentin nimmt die Feiertag hin. (07. Jan.)
St. Erhard mit der Hack', steckt die Feiertag' in den Sack. (08. Jan.)
An Amalie Sonnenschein, bringt viel Korn und Weizen ein. (10. Jan.)
Die Kälte, die kommt angegangen, wenn bei Theobald die Tage langen. (16. Jan.)
Große Kälte am Antoniustag, manchmal nicht lange halten mag. (17. Jan.)
Wenn an Antonius die Luft ist klar, gibt's bestimmt ein trockenes Jahr. (17. Jan.)
Nach St. Veit wendet sich die Zeit, alles geht auf die andere Seit'.
Gibt's im Mai viel Regenwetter, wird auch das Getreide fetter.
Lachende Kunigunde bringt frohe Kunde. (03. März)
Der heilige Leopold ist dem Altweibersommer hold. (15. Nov.)
An Mariä Namen kommen die Schwalben zusammen.
Geht die Sonne auf im Westen, lässt der Bauer seinen Kompass testen.
Ist der Bauer ständig umnebelt von Dampf wächst auf seinen Feldern sicher Hanf.
2 Bauern gingen in den Wald, der Eine macht den Anderen kalt. Willst Du kalten Bauern seh'n, mußt Du in den Wald reingeh'n.
Fährt der Bauer raus zum Jauchen, wird er nachts ein Deo brauchen
Wer freit Nachbars Kind, der weiss, was er find.
Ein guter Hirt schert die Schafe, schindet sie aber nicht.
— Jean Baptiste Colbert
Der Weg zur Ruhe geht durch das Gebiet der allumfassenden Tätigkeit
— Novalis
Gute Muße ist besser als gute Geschäfte. Nichts gehört unser als nur die Zeit, in welcher selbst der lebt, der keine Wohnung hat
— Baltasar Gracián y Morales
Wie der Quirin so der Sommer. (30. März)
Ist es im April sehr trocken, geht der Sommer nicht auf Socken.
Der liebe Gott hat es gewollt, dass die Mück' uns stechen sollt'. Es wär zu schön auf dieser Welt, wenn die Mück' im Sommer fehlt.
Wenn der Mensch keinen Genuß mehr an der Arbeit findet und nur arbeitet, um so schnell wie möglich zum Genuß zu gelangen, so ist es nur ein Zufall, wenn er kein Verbrecher wird.
— Christian Matthias Theodor Mommsen
Freude treibt zum Genuß, Seligkeit zur Arbeit.
— Johann Heinrich Jung-Stilling
Ich bereue nichts, ich überdenke nichts, ich genieße alles.
— Charles Joseph Fürst von Ligne
An kleinen Brunnen löscht man auch den Durst.
Aus gebratenen Eiern kommen keine Hühner.
Wo sechse essen, spürt man den siebenten nicht
Auf das schönste Fleisch sitzen gerne Schmeißfliegen
Lieber einen Darm im Leibe gesprengt, als dem Wirt einen Tropfen geschenkt.
Eier in der Pfanne geben Kuchen, aber keine Küken.
Kein Fluss kann seine Quelle überstiegen - kein Volk besser sein als seine Frauen
Die Naturgesetze lehren uns, was möglich ist, aber nicht, was richtig ist
Menschen essen alle Arten von Fischen, aber dem Hai machen sie einen Vorwurf daraus.