August Sprüche
1878 Sprüche — Seite 46
Sechzig Sekunden der Träumerei sind sechzig Sekunden lebendiger Ruhe für Leib und Geist.
— Prentice Mulford
In dem heiligen Schweigen, in der großartigen Ruhe der Natur, liegt der höchste Trost für den, der ihre Sprache versteht.
— Fanny Lewald
Ein Feld, das geruht hat, trägt herrlich Ernte.
— Ovid
Jeden Abend muss unser Lebensfahrzeug zur Ausbesserung auf dieselbe Werft, die Bettstatt gebracht werden, auf der es einst gebaut und vom Stapel gelassen wurde.
— August Pauly
Die Stille der Nacht oder des Waldes kann der Seele ein Hilfsmittel sein, in ihre eigenen Tiefen hineinzulauschen.
— Friedrich Lienhard
Einige Wochen selbstbeschaulicher Muße lassen dich begreifen, wie leicht man sich die Augen für sein Eigenstes monate- und jahrelang durch fremde Brillen verdirbt.
— Richard Fedor Leopold Dehmel
An Maria Namen sagt der Sommer "Amen". (12. Sept.)
Im Januar recht hoher Schnee heißt für den Sommer hohen Klee.
Wie das Wetter um den Frühlingsanfang, so hält es sich den Sommer lang. (20. März)
Ist's um Amandus schön, wird der Sommer keine Dürre seh'n. (08. April)
Wenn's viel regnet am Amandustag, ein dürrer Sommer folgen mag. (08. April)
Soldaten im Frieden sind Öfen im Sommer
Aus einem dürftigen Sommer wächst ein magerer Herbst.
Wer im Sommer Weißkraut klaut hat im Winter Sauerkraut
Der Fisch will dreimal schwimmen: Im Wasser, im Schmalz und im Wein.
Die Fische haben gut leben, sie trinken, wann sie wollen.
Ein guter Hahn wird selten fett.
Wer nicht Hundslauch riechen kann, soll auch kein Wildbret essen.
Lieben und nicht genießen möchte den Teufel verdrießen.
Wenn die Maus satt ist, schmeckt das Mehl bitter.
Wer ist der glücklichste Mensch? Der fremdes Verdienst zu empfinden weiß und am fremden Genuss sich wie am eignen zu freun.
— Johann Wolfgang von Goethe
Bei der Arbeit recht Beginnen, beim Genießen rechter Schluss!
— Franz Emanuel August Geibel
Wir haben nicht mehr Recht, Glück zu empfangen, ohne es zu schaffen, als Reichtum zu genießen, ohne ihn zu produzieren.
— George Bernard Shaw
Letztendlich ist die Liebe im Vergleich zum Esprit einer Tabakspfeife banal.
— Jules de Goncourt
Hoffnung, das ist die Illusionskraft der Seele, die in ihrer Illusion neun Zehntel des Glücks, das sie erwartet, vorweg genießt.
— Gerhart Johann Robert Hauptmann
Tee, Kaffee und Leckerli bringen den Bürger ums Äckerli.
Es ist ein großer Unterschied, ob ich lese zu Genuss und Belebung oder zur Erkenntnis und Belehrung.
— Johann Wolfgang von Goethe
Der Schlaf ist das einzige Geschenk, das uns die Götter ohne Arbeit gaben, mit der Arbeit aber dreifach versüßen.
— Karl Julius Weber
Hunger wandelt Bohnen in Mandeln.
Unter der Tonkunst schwillt das Meer unseres Herzens auf wie unter dem Mond die Flut.
— Jean Paul
Die Freiheit ist ein Gut, das alle anderen Güter zu genießen erlaubt.
— Charles-Louis de Montesquieu
Genieß die Gegenwart mit frohem Sinn, sorglos, was dir die Zukunft bringen werde; doch nimm auch bittern Kelch mit Lächeln hin - vollkommen ist kein Glück auf dieser Erde.
— Horaz
Die Gegenwart, in der der Mensch lebt, wird nicht für ihn genußreich durch ruhigen Besitz des Erworbenen, sondern durch das Streben nach höheren Zielen.
— Friedrich Adolf Wilhelm Diesterweg
Eine Frau ist nur eine Frau, aber eine gute Zigarre kann man rauchen.
— Rudyard Kipling
Wie viel geht nicht vielen auf so langem Weg verloren: Gesundheit, Kräfte, selbst die Neigung und die Fähigkeit, Einfaches zu genießen.
— Alexander von Villers
Es ist so leicht, sich behaglichen Genuss zu verschaffen, dass man nur Staunen muß, wie selten er zu finden ist.
— Alexander von Villers
Wer sich darauf versteht das Leben zu genießen, muss keine Reichtümer anhäufen.
Wenn man die Wahl hat zwischen Austern und Champagner, so pflegt man sich in der Regen für beides zu entscheiden.
— Theodor Fontane
Mit Haben, Gewinnen, Besitzen, Genießen schließt der Ideenkreis eine Kette um den Menschen, die ihn an Staub und Erde fesselt.
— Johann Georg Adam Forster
Geniesse mit Phantasie. Alle Genüsse sind letztlich Einbildung, und wer die beste Phantasie hat, hat den größten Genuss.
— Theodor Fontane