Sprüche über Tiere
1063 Sprüche — Seite 17
Im Blick auf Tiere erkennt der Mensch oft mehr über sich selbst, als ihm bewusst ist. Ihre Treue, Wildheit, Anmut oder Unabhängigkeit haben seit jeher Bilder hervorgebracht, in denen Bewunderung, Zärtlichkeit und leise Selbstkritik miteinander verbunden sind. Deshalb reicht dieses Thema weit über bloße Naturbeobachtung hinaus.
Als Sinnbilder für Instinkt, Freiheit oder Lauterkeit entfalten Tiere eine besondere sprachliche Kraft. Die Sprüche zu diesem Thema lassen sie als Begleiter, Gegenbilder und Spiegel des Menschen erscheinen und zeigen, warum in ihnen so oft das Ursprüngliche sichtbar wird, das der Zivilisation verloren gegangen ist.
Die Henne ist der Umweg des Ei's, ein anderes Ei zu erzeugen.
— Laurence Sterne
Der Kampf um die Führung lag in seiner Natur, denn ein namenloser, unfassbarer Stolz der Fährte und der Spur erfasste ihn - jener Stolz, der Hunde dazu verführt, voll Freude im Geschirr zu sterben, …
— Jack London
Über Schnee kann ein Schmetterling nicht urteilen.
Enten legen ihre Eier in Stille. Hühner gackern dabei wie verrückt. Was ist die Folge? Alle Welt ißt Hühnereier
— Henry Ford
Die Rehlein sind munter, die Vöglein sind froh, und du, liebe ............ mach's ebenso.
Sollen dich die Dohlen nicht umschrei'n, musst du nicht Knopf auf dem Kirchturm sein.
— Johann Wolfgang von Goethe
So viel Dornen ein Rosenstock, so viel Haare ein Ziegenbock, so viel Flöh ein Pudelhund, so viel Jahre bleib gesund.
Mensch und Hund ergänzen sich hundert - und tausendfach. Mensch und Hund sind die treuesten aller Genossen
— Alfred Edmund Brehm
Eine Krähe sitzt gern bei der anderen.
Unser Herrgott hat des öfteren seine schönsten und größten Gaben dem gemeinsten Tier gegeben. Nur die Menschen suchen sie dort nicht.
— Martin Luther
Adler brüten keine Tauben.
Ging ein Hund tausend Stund zur Kirche, er wär doch ein Hund.
— Bernhard Freidank
Der Fuchs macht sich die Macht des Tigers zunutze.
Gib einem Bär Honig, und du wirst deinen Arm einbüßen, wenn das Vieh Hunger hat!
— Bertolt Brecht
Überall ist Ewigkeit. Wenn du einen Schneck behauchst, schrumpft er ins Gehäuse, wenn du ihn in Kognak tauchst, sieht er weiße Mäuse.
— Franz Grillparzer
Jedes Tierchen, selbst das Kleinste, hängt an seinem bißchen Leben.
Mancher rauft den toten Löwen beim Bart, der ihn lebend nicht ansehen durfte.
Schildkröten können dir mehr über den Weg erzählen als Hasen.
Der Adler fliegt allein, der Rabe scharenweise. Gesellschaft braucht der Tor und Einsamkeit der Weise.
— Friedrich Rückert
Durch Geschwätz verrät die Elster ihr Nest.