Sprüche über Tiere
1063 Sprüche — Seite 8
Im Blick auf Tiere erkennt der Mensch oft mehr über sich selbst, als ihm bewusst ist. Ihre Treue, Wildheit, Anmut oder Unabhängigkeit haben seit jeher Bilder hervorgebracht, in denen Bewunderung, Zärtlichkeit und leise Selbstkritik miteinander verbunden sind. Deshalb reicht dieses Thema weit über bloße Naturbeobachtung hinaus.
Als Sinnbilder für Instinkt, Freiheit oder Lauterkeit entfalten Tiere eine besondere sprachliche Kraft. Die Sprüche zu diesem Thema lassen sie als Begleiter, Gegenbilder und Spiegel des Menschen erscheinen und zeigen, warum in ihnen so oft das Ursprüngliche sichtbar wird, das der Zivilisation verloren gegangen ist.
Obwohl jeder das Schicksal hat, einmal zu sterben, lege deinen Kopf nicht in den Rachen des Löwen.
— Saadi Moscharrefoddin
Was wir aufgeben, müssen wir mit freier Wahl aufgeben, nicht wie der Fuchs die Trauben.
— Gottfried Keller
Am ruhigen Fluss ist das Ufer voller Blumen.
Wenn der Papagei auch gut spricht, bleibt er doch ein Vogel.
Ein Mensch ist seiner Beschaffenheit nach ein religiöses Tier.
— Edmund Burke
Der Hund hat vier Beine, aber er kann nicht gleichzeitig auf vier Wegen gehen.
Ein Hund versteht unsern Willen, weil wir aufrichtig sind mit ihm.
— Bettina von Arnim
Der Hund ist das einzige Lebewesen auf der Erde, das Sie mehr liebt, als sich selbst
— Joseph Billings
Auch das beste Pferd kann nicht zwei Sättel tragen
Versuche nie, ein Kamel von der Last seiner Höcker zu befreien, sonst befreist du es womöglich davon, ein Kamel zu sein
— Gilbert Keith Chesterton
Wo man die Katze streichelt, da ist sie gern.
Der Mensch ist das Raubtier mit den Händen.
— Oswald Spengler
Der Fuchs kann seinen Schwanz nicht bergen.
Der Gang der Jahreszeiten ist ein Uhrwerk, wo ein Kuckuck ruft, wenn es Frühling wird.
— Georg Christoph Lichtenberg
Er ist Storch und Klappermaul.
Vielleicht stände es besser um die Welt, wenn die Menschen Maulkörbe und die Hunde Gesetze bekämen!
— George Bernard Shaw
Unmenschen gibt es, aber keine Untiere
— Karl Julius Weber
Möge die Kuh in deinem Stall dich nicht vor deinem Hahn wecken.
Wenn Gott einen Hund misst, zieht er ein Band um das Herz statt um den Kopf.
Manchmal sitzt er zu deinen Füssen und schaut dich an, mit einem Blick so schmeichelnd und zart, das man überrascht ist über die Tiefe seines Ausdrucks. Wer kann nur glauben, dass hinter solchen strah …
— Théophile Gautier