Sprüche über Tiere
1063 Sprüche — Seite 9
Im Blick auf Tiere erkennt der Mensch oft mehr über sich selbst, als ihm bewusst ist. Ihre Treue, Wildheit, Anmut oder Unabhängigkeit haben seit jeher Bilder hervorgebracht, in denen Bewunderung, Zärtlichkeit und leise Selbstkritik miteinander verbunden sind. Deshalb reicht dieses Thema weit über bloße Naturbeobachtung hinaus.
Als Sinnbilder für Instinkt, Freiheit oder Lauterkeit entfalten Tiere eine besondere sprachliche Kraft. Die Sprüche zu diesem Thema lassen sie als Begleiter, Gegenbilder und Spiegel des Menschen erscheinen und zeigen, warum in ihnen so oft das Ursprüngliche sichtbar wird, das der Zivilisation verloren gegangen ist.
Weißes Händchen und weißes Tätzchen, und keines von beiden die Krallen zeigt - reizendes Weib und reizendes Kätzchen necken sich, wenn der Tag sich neigt.
— Paul Verlaine
Das Kamel sieht seinen eigenen Höcker nicht, aber den seiner Brüder hat es immer vor Augen.
Ein Mensch, der Angst hat, wird zum reißenden Tier.
— John Steinbeck
Manchmal sitzt er zu deinen Füssen und schaut dich an, mit einem Blick so schmeichelnd und zart, das man überrascht ist über die Tiefe seines Ausdrucks. Wer kann nur glauben, dass hinter solchen strah …
— Théophile Gautier
Fortuna lächelt, doch sie mag nur ungern voll beglücken: Schenkt sie uns einen Sommertag, so schenkt sie uns auch Mücken.
— Wilhelm Busch
Er ist Storch und Klappermaul.
Den Fuchs muss man mit Füchsen fangen.
Der Fuchs kann seinen Schwanz nicht bergen.
Versuche nie, ein Kamel von der Last seiner Höcker zu befreien, sonst befreist du es womöglich davon, ein Kamel zu sein
— Gilbert Keith Chesterton
Der Hund ist das einzige Lebewesen auf der Erde, das Sie mehr liebt, als sich selbst
— Joseph Billings
Ein Hund versteht unsern Willen, weil wir aufrichtig sind mit ihm.
— Bettina von Arnim
Je höher der Affe steigt, je mehr er den Hintern zeigt.
Ließe die Katze das Mausen, so bliebe der Kater draußen.
Eine milchende Kuh deckt den Tisch zu.
Sein Name lautet nicht länger 'wilder Hund', sondern 'bester Freund'
— Rudyard Kipling
Meine Freunde, bittet Gott um Fröhlichkeit, seid fröhlich wie die Kinder, wie die Vögel des Himmels. Die Sünde der Menschen soll euch nicht bekümmern, fürchtet euch nicht, daß sie euch an der Vollendu …
— Fjodor M. Dostojewski
Die Elster lässt ihr Hüpfen nicht.
Kommt ein Ochse in fremdes Land, er wird doch für ein Rind erkannt.
— Bernhard Freidank
An der Rede erkenne ich Toren, den Esel an den Ohren
— Bernhard Freidank
Wer Dornen säht, darf sein Zelt nicht barfuß verlassen.