869 Sprüche — Seite 34
Im Blick auf Tiere erkennt der Mensch oft mehr über sich selbst, als ihm bewusst ist. Ihre Treue, Wildheit, Anmut oder Unabhängigkeit haben seit jeher Bilder hervorgebracht, in denen Bewunderung, Zärtlichkeit und leise Selbstkritik miteinander verbunden sind. Deshalb reicht dieses Thema weit über bloße Naturbeobachtung hinaus.
Als Sinnbilder für Instinkt, Freiheit oder Lauterkeit entfalten Tiere eine besondere sprachliche Kraft. Die Sprüche zu diesem Thema lassen sie als Begleiter, Gegenbilder und Spiegel des Menschen erscheinen und zeigen, warum in ihnen so oft das Ursprüngliche sichtbar wird, das der Zivilisation verloren gegangen ist.
Putzt die Katze den Bart, so bedeutet es Fremde.
Unnütze Katzen leben lange.
Es gilt der Katze um den Schwanz.
Tote Katzen beißen auch die Mäus.
Katzengebet dringt nicht in den Himmel.
Die Katze sieht den Bischof an, ist doch ein geweihter Mann!
Nimm die Augen in die Hand und die Katz aufs Knie, was du nicht siehst, das sieht sie.
Sie weiß, wo die Katze den Teig langt.
So man nicht Kauzen hat, muss man mit Eulen beizen.
Er wird ein gelehrter Kauz werden, wenn er unter die Stoßvögel kommt.
Eine Krähe hackt der anderen kein Aug aus.
Eine Krähe heckt keine Turteltaube.
Eine Krähe macht keinen Winter.
Die Krähe läßt ihr hüpfen nicht.
Fliegende Krähe findet allzeit etwas.
Den Krebs straft man nicht mit ersäufen.
Krebse man ißt, wenn kein R im Monat ist.
Der Kuckuck ruft seinen eigenen Namen.
Der Kuckuck behält seinen Gesang, die Glocke ihren Klang, der Krebs seinen Gang, Narr bleibt Narr sein Leben lang.
Die Kuh stößt den Kübel um.