Sprüche über Tiere
1063 Sprüche — Seite 28
Im Blick auf Tiere erkennt der Mensch oft mehr über sich selbst, als ihm bewusst ist. Ihre Treue, Wildheit, Anmut oder Unabhängigkeit haben seit jeher Bilder hervorgebracht, in denen Bewunderung, Zärtlichkeit und leise Selbstkritik miteinander verbunden sind. Deshalb reicht dieses Thema weit über bloße Naturbeobachtung hinaus.
Als Sinnbilder für Instinkt, Freiheit oder Lauterkeit entfalten Tiere eine besondere sprachliche Kraft. Die Sprüche zu diesem Thema lassen sie als Begleiter, Gegenbilder und Spiegel des Menschen erscheinen und zeigen, warum in ihnen so oft das Ursprüngliche sichtbar wird, das der Zivilisation verloren gegangen ist.
Wer den Aal hält bei dem Schwanz, dem bleibt er weder halb noch ganz.
Wo Aas ist, da sammeln sich die Adler.
Bist du ein Geier, so warte auf's Aas.
Adler fängt nicht Fliegen.
Küh und Schafe gehen miteinander, aber der Adler steigt allein.
Der Adler sieht das Luder wohl, aber nicht den Jäger.
Ein alter Adler ist stärker als eine junge Krähe.
Affen und Pfaffen lassen sich nicht strafen.
Affen fängt man mit großen Bundschuhen.
Lieber Aff, sieh erst auf dich, dann lobe oder schelte mich.
Es ist besser, einen Bären loslassen als einen Bären anbinden.
Je älter der Bock, je härter das Horn.
Ich hatte mich drauf verlassen wie der Bock auf die Hörner.
Die Welt lohnt wie der Bock, wenn er Hörner kriegt.
Er setzt den Bock auf die Haberkiste.
Ein grindiger Bock ist einer goldenen Ziege wert.
Ein Bock zeigt den andern an.
Barbati praecedant, sagte Magister Fuchs, da stiess er einen Bock die Treppe hinunter.
Er ziert die Gesellschaft wie der Bock den Marstall.
Dicke Brocken geben fette Vögel.