869 Sprüche — Seite 3
Im Blick auf Tiere erkennt der Mensch oft mehr über sich selbst, als ihm bewusst ist. Ihre Treue, Wildheit, Anmut oder Unabhängigkeit haben seit jeher Bilder hervorgebracht, in denen Bewunderung, Zärtlichkeit und leise Selbstkritik miteinander verbunden sind. Deshalb reicht dieses Thema weit über bloße Naturbeobachtung hinaus.
Als Sinnbilder für Instinkt, Freiheit oder Lauterkeit entfalten Tiere eine besondere sprachliche Kraft. Die Sprüche zu diesem Thema lassen sie als Begleiter, Gegenbilder und Spiegel des Menschen erscheinen und zeigen, warum in ihnen so oft das Ursprüngliche sichtbar wird, das der Zivilisation verloren gegangen ist.
Ich wünsche dir die Fröhlichkeit eines Vogels am Ebereschenbaum am Morgen, die Lebensfreude eines Fohlens auf der Koppel am Mittag, die Gelassenheit eines Schafes auf der Weide am Abend
Wenn über eine dumme Sache nun endlich Gras gewachsen ist, kommt sicher irgendein Kamel, das alles wieder runterfrißt.
Alles Behaartsein ist tierisch. Die Rasur ist das Abzeichen höherer Zivilisation.
— Arthur Schopenhauer
Ein Hund hat die Seele eines Philosophen.
— Platon
Ich bin frei geboren, frei wie der Adler, der über den großen blauen Himmel schwebt; ein leichter Wind streift sein Gesicht Ich werde frei sein
Wenn die Biene einmal von der Erde verschwindet, hat der Mensch nur noch vier Jahre zu leben. Keine Bienen mehr, keine Bestäubung mehr, keine Pflanzen mehr, keine Tiere mehr, kein Mensch mehr.
— Albert Einstein
Man soll Fische nicht mit Erdbeeren und Schlagsahne ködern, bloß weil man selbst gern Erdbeeren mit Schlagsahne ißt.
— Andrew Carnegie
Wer Hunde liebt, muss auch die Flöhe mit in Kauf nehmen
Die Mitteilungsmöglichkeit des Menschen ist gewaltig, doch das meiste, was er sagt, ist hohl und falsch. Die Sprache der Tiere ist begrenzt, aber was sie damit zum Ausdruck bringen, ist wichtig und nü …
— Leonardo da Vinci
Es wird die Zeit kommen, da das Verbrechen am Tier genauso geahndet wird, wie das Verbrechen am Menschen.
— Leonardo da Vinci
Solange Menschen denken, dass Tiere nicht fühlen, müssen Tiere fühlen, dass Menschen nicht denken!
Gesetze sind wie Spinnweben, in denen kleine Fliegen sich fangen, aber keine Wespen oder Hornissen.
— Jonathan Swift
Die Katze ist das einzige vierbeinige Tier, das dem Menschen eingeredet hat, er müsse es erhalten, es brauche aber dafür nichts zu tun.
— Kurt Tucholsky
Vergolde den Vögeln die Flügel, und sie werden nie mehr fliegen.
Ein Hund, der beißen will, knurrt. Eine Biene, die stechen will, summt. Aber ein Mädchen lässt nur seine Augen leuchten.
Man kann gar wohl fragen: Was wäre der Mensch ohne Tiere? Aber nicht umgekehrt: Was wären die Tiere ohne den Menschen?
— Christian Friedrich Hebbel
Gedanken springen wie Flöhe von einem zum andern, aber sie beißen nicht jeden.
— George Bernard Shaw
Du kannst nicht die eine Hälfte eines Huhnes zum Kochen und die andere zum Eierlegen nehmen
Jeder Esel hat mehr Freunde als der Fuchs.
Das Urteil auch des weisesten Elefanten gilt einem Eselchen lange nicht so viel wie das Urteil eines andern Eselchen.
— Marie von Ebner-Eschenbach