869 Sprüche — Seite 32
Im Blick auf Tiere erkennt der Mensch oft mehr über sich selbst, als ihm bewusst ist. Ihre Treue, Wildheit, Anmut oder Unabhängigkeit haben seit jeher Bilder hervorgebracht, in denen Bewunderung, Zärtlichkeit und leise Selbstkritik miteinander verbunden sind. Deshalb reicht dieses Thema weit über bloße Naturbeobachtung hinaus.
Als Sinnbilder für Instinkt, Freiheit oder Lauterkeit entfalten Tiere eine besondere sprachliche Kraft. Die Sprüche zu diesem Thema lassen sie als Begleiter, Gegenbilder und Spiegel des Menschen erscheinen und zeigen, warum in ihnen so oft das Ursprüngliche sichtbar wird, das der Zivilisation verloren gegangen ist.
Er ist mit allen Hunden gehetzt.
Edelleute und Hunde lassen die Tür auf.
Man hält einen Hund in Ehren seines Herrn wegen.
Eilte die Hündin nicht, so würfe sie nicht blinde Jungen.
Einen Mann hungerte manche Stund: er ging und kaufte sich einen Hund.
Es gibt mehr als einen bunten Hund.
Hunde, die jedermanns Gesellen sind, hat man nicht gern.
Du wirst noch Hunde führen müssen.
Er muss Hunde führen bis Bautzen.
Er sieht einen weißen Hund für einen Bäckersknecht an.
Das wär' das Rechte, dann kommst du vom Hund auf den Bettelsack.
Er treibt die Hund aus und geht selbst mit.
Die Katze läßt das Mausen nicht.
Man muss keine Katze im Sack kaufen.
Katzenkinder lernen wohl mausen.
Gestohlene Katzen mausen gern.
Wer mit Katzen jagt, fängt gern Mäuse.
Es sind so gute Katzen, die die Mäuse verjagen, als die sie fangen.
Üble Katze, so nicht von selber maust.
Katze die mausen will, wird nie miauen.