Sprüche über Tiere
1063 Sprüche — Seite 18
Im Blick auf Tiere erkennt der Mensch oft mehr über sich selbst, als ihm bewusst ist. Ihre Treue, Wildheit, Anmut oder Unabhängigkeit haben seit jeher Bilder hervorgebracht, in denen Bewunderung, Zärtlichkeit und leise Selbstkritik miteinander verbunden sind. Deshalb reicht dieses Thema weit über bloße Naturbeobachtung hinaus.
Als Sinnbilder für Instinkt, Freiheit oder Lauterkeit entfalten Tiere eine besondere sprachliche Kraft. Die Sprüche zu diesem Thema lassen sie als Begleiter, Gegenbilder und Spiegel des Menschen erscheinen und zeigen, warum in ihnen so oft das Ursprüngliche sichtbar wird, das der Zivilisation verloren gegangen ist.
Zeit ist eine verspielte Katze. Sie umschmeichelt einen und schlabbert den Tag auf wie eine Schale Milch
— Henry Ford
Was für ein hässliches Tier ist der Affe, und wie sehr ähnelt er uns.
— Marcus Tullius Cicero
Uns Menschen ist es zwar gelungen, das Raubtier in uns auszuschalten - nicht jedoch den Esel
— Winston Churchill
Man kann nicht die Kuh verkaufen und die Milch behalten.
Wir geben den Kühen Futter, dafür geben sie uns Milch und Butter.
Ein böses Weib ist für Ehemann eine große Plage. Es ist wahrlich besser, unter Tigern und Löwen, unter Bären und Wölfen zu leben als mit einem bösen Weibe.
— Abraham a Sancta Clara
Der Baum kann sich den Vogel nicht aussuchen, der auf ihm landet.
Wirf einen vom Glück begünstigten Mann ins Meer, und er wird mit einem Fisch im Mund wieder herauskommen
Wer hat es den Läusen so bald gesagt?
Verjage die Fliege von der Stirn deines Freundes nicht mit dem Beil.
Lieber die Motten in den Kleidern als die Ehre in Schuldscheinen.
Heraus mit den wilden Katzen aus dem Sack!
Gute Tiere, spricht der Weise, musst du züchten, musst du kaufen, doch die Ratten und die Mäuse, kommen ganz von selbst gelaufen.
— Wilhelm Busch
Ein Esel, der Bücher trägt, ist noch lange kein Doktor.
Tiere und kleine Kinder sind der Spiegel der Natur.
— Epikur
Aus der Blume, aus der die Biene Honig saugt, saugt die Spinne Gift.
Der Vogel singt und fragt nicht, wer ihm lauscht. Die Quelle rinnt, und fragt nicht, wem sie rauscht. Die Blume blüht und fragt nicht, wer sie pflückt. O sorge, Freund, dass gleiches Tun dir glückt …
— Julius Sturm
Ein Ochs, der viel brüllt, zieht wenig
Bei sich zu Hause ist der Hund am stolzesten.
Dem Fisch den Köder, der Maus den Speck.