869 Sprüche — Seite 5
Im Blick auf Tiere erkennt der Mensch oft mehr über sich selbst, als ihm bewusst ist. Ihre Treue, Wildheit, Anmut oder Unabhängigkeit haben seit jeher Bilder hervorgebracht, in denen Bewunderung, Zärtlichkeit und leise Selbstkritik miteinander verbunden sind. Deshalb reicht dieses Thema weit über bloße Naturbeobachtung hinaus.
Als Sinnbilder für Instinkt, Freiheit oder Lauterkeit entfalten Tiere eine besondere sprachliche Kraft. Die Sprüche zu diesem Thema lassen sie als Begleiter, Gegenbilder und Spiegel des Menschen erscheinen und zeigen, warum in ihnen so oft das Ursprüngliche sichtbar wird, das der Zivilisation verloren gegangen ist.
Gott wünscht, dass wir den Tieren beistehen, wenn es vonnöten ist. Ein jedes Wesen in Bedrängnis hat gleiches Recht auf Schutz.
— Franz von Assisi
Was dem Schwarm nicht nützt, das nützt auch der einzelnen Biene nicht
— Mark Aurel
Sei dankbar den Tieren - sie sind der Ursprung Deiner Kraft.
Wenn du mit den Tieren sprichst, lernst du sie kennen. Wenn du nicht mit ihnen sprichst, lernst du sie nicht kennen. Was du nicht kennst, davor fürchtest du dich. Was du fürchtest zerstörst du.
Solange ein altes Pferd noch lebt, bleibt es seinem Charakter treu.
Das Leben und dazu eine Katze, das gibt eine unglaubliche Summe, ich schwör's euch.
— Rainer Maria Rilke
Darum beneide ich die Tiere - sie wissen nicht, was über sie geredet wird.
— Voltaire
Wer Schmetterlinge lachen hört, der weiß, wie Wolken schmecken...
— Novalis
Gibt es denn eine Welle, die für sich allein ist im Weltmeer?
Was den Menschen vom Tier unterscheidet, sind seine Geldsorgen.
— Jules Renard
Wenn man mit blossem Geschrei ein Haus bauen könnte, so hätte ein einziger Esel längst eine ganze Stadt errichtet.
— Abraham a Sancta Clara
Wer Tiere quält ist unbeseelt, weil Gottes guter Geist ihm fehlt
— Johann Wolfgang von Goethe
Wenn ein "Bart tragen" Weisheit bedeutet, dann wäre ein Ziegenbock auf gleichem Niveau mit Plato.
— Lukian
Wenn es vor Frühlingsanfang Gewitter gibt, folgen 49 Tage schlechtes Wetter.
Wo haben wir miteinander die Säue gehütet?
Die Sache der Tiere steht höher für mich als die Sorge, mich lächerlich zu machen, sie ist unlösbar verknüpft mir der Sache der Menschen.
— Emile Zola
Dass uns der Anblick der Tiere so ergötzt, beruht hauptsächlich darauf, dass es uns freut, unser eigenes Wesen so vereinfacht vor uns zu sehen
— Arthur Schopenhauer
Der Hund ist der sechste Sinn des Menschen.
— Christian Friedrich Hebbel
Endlich weiß ich, was den Menschen vom Tier unterscheidet: Geldsorgen.
— Jules Renard
Hunde haben ein Herrchen oder Frauchen, Katzen haben Personal