Sprüche über Tiere
1063 Sprüche — Seite 21
Im Blick auf Tiere erkennt der Mensch oft mehr über sich selbst, als ihm bewusst ist. Ihre Treue, Wildheit, Anmut oder Unabhängigkeit haben seit jeher Bilder hervorgebracht, in denen Bewunderung, Zärtlichkeit und leise Selbstkritik miteinander verbunden sind. Deshalb reicht dieses Thema weit über bloße Naturbeobachtung hinaus.
Als Sinnbilder für Instinkt, Freiheit oder Lauterkeit entfalten Tiere eine besondere sprachliche Kraft. Die Sprüche zu diesem Thema lassen sie als Begleiter, Gegenbilder und Spiegel des Menschen erscheinen und zeigen, warum in ihnen so oft das Ursprüngliche sichtbar wird, das der Zivilisation verloren gegangen ist.
An den Federn erkennt man den Vogel
Er sitzt wie eine Laus zwischen zwei Nägeln.
Narren verhalten sich zu Ehemännern wie Sardellen zu Heringen: der Ehemann ist der größte von beiden.
— William Shakespeare
Der Hund, der den Hasen aufspürt, ist so gut, als der ihn fängt.
Reihet euch, sagte der Bauer: da hatt' er eine Kuh im Stall.
Alte Böcke - steife Hörner.
Wer mit den Hühnern zu Bette geht, kann mit den Hahnen aufstehen.
Früh mit den Hühnern zu Bette und auf mit den Hahnen zur Wette.
Seine Hühner legen Eier mit zwei Dottern.
Kein Vieh verbüßt Gewette.
Bellet ein Hund, so klaffen sie alle.
Wo ein Jäger lebt, können zehn Hirten leben, hundert Ackerbauer und tausend Gärtner
— Friedrich Wilhelm Heinrich Alexander von Humboldt
Hunde, die einen Braten gerochen haben, wollen ihn auch gerne belecken.
Bär und Büffel können keinen Fuchs fangen.
Er muss es hinnehmen, als wenn ihn ein Hund gebissen hätte.
Hundsbiß heilt Hundshaar.
Begoßne Hunde fürchten das Wasser.
Man findet manchen Esel, der nie Säcke trug.
An fremden Hunden riechen die andern.
Der Bock weiss, dass er Hörner hat.